Von Desserteffekten und Saucen-Syndromen

Ist das nicht seltsam manchmal mit uns Menschenkindern? Nicht wenige Tätigkeiten im Laufe des Tages absolvieren wir recht gedankenlos. Dazu gehört bei vielen von uns leider auch das Essen. Das führt nicht selten zu Problemen. Erstenfalls Figurprobleme, schlimmstenfalls dann Gesundheitsprobleme. Statt das wir nun in uns gehen und schauen, was da nicht rund läuft und wie man´s besser machen kann, suchen wir lieber fieberhaft nach Erklärungen. Bekannt? Klar, kennen wir, nahezu aus allen Bereichen.
Da ist Schlammassel passiert und anstatt das nun schleunigst zu entwirren, wird erstmal nach einem Namen, einen Schuldigen oder zumindest nach einer Erklärung gesucht.
Kurz, liebe Leser, ich, als hobbymäßig, wortliebender Erklärungsfan, bin da mal wieder auf zwei wunderschöne Begriffe aus dem Ernährungsbereich gestossen: der Desserteffekt und das Sauce-Bernaise-Syndrom.

Der Desserteffekt: man nimmt bei einem Menü mit mehreren Gängen mehr Nahrung auf als von einem Tellergericht. Anders herum ausgedrückt, je monotoner unser Essensangebot, desto geringer die Nahrungsaufnahme. Der Effekt hier also: akute Übergewichtsgefahr bei Überangebot und ständiger Verfügbarkeit von vielen unterschiedlichen, wohlschmeckenden Speisen.
Das Sauce-Bernaise-Syndrom mal gleich hinterher: So wird eine bestimmte Art der falschen Selbstkonditionierung bezeichnet. Ein Beispiel: jemand trinkt an einem Abend siebzehn Schnäpse und isst dazu ein Schüsselchen Haferbrei. An diesem Abend wird ihm hundekaterelend. Was ist passiert? Ihm ist vom Haferbrei übel geworden und er wird nie wieder Haferbrei essen. Doch bei der nächsten Feier gibt’s bestimmt wieder ein Schnäpsken, wetten? Mit der Sauce-Bernaise ist es mal einem Psychologen ähnlich ergangen. Nach dem Verzehr dieser Soße erkrankte er an einer Darminfektion. Diese wurde aber durch einen viralen Infekt verursacht. Egal, er mied fortan diese Sauce. Soll heißen, wir umgeben unsere Nahrungsaufnahme tag-täglich mit einem Netz voller Assoziationen. Wir bewerten daraufhin die zukünftige Aufnahme dieser Nahrungsmittel nach unserem Erfahrungsschatz, eben nach unserer Selbst-Konditionierung. Ob richtig oder falsch ist dabei unerheblich.
Was fangen wir an, mit diesem fabelhaften, frisch erworbenem Wissen? Ich mag hier nicht alles „vorkauen“ :-). Macht selbst was draus oder freut Euch still über zwei hübsche, neue Begriffe oder nutzt es als Thema für den nächsten Small Talk. Frei nach dem Motto: alles ist für was gut.

Die Eieroffensive – pro Huhn!

Das ist nun wirklich nicht meine Schuld, dass ich schon wieder über Eier schreiben muss. Aber ich hoffe, Ihr seht ein, dass ich regelrecht gezwungen bin, mich wieder dieses Themas anzunehmen. Jede Plattform im Internet, jede Zeitung, die etwas auf sich hält und nur im entferntesten mit Ernährung zu tun hat oder auch nicht, äußert sich derzeit über Eier! Wen wunderts, schließlich geht es ja stramm auf Ostern zu. So wirklich Neues kann ich Ihnen hier nicht mehr bringen (siehe auch meine Artikel Nr.502 und Nr.171)

Aber ich möchte die Gelegenheit nutzen und noch einmal darauf aufmerksam machen:
Kauft kein Ei mit einer Drei!!
Die Haltungsform wird durch die erste Ziffer des Eierstempels beschrieben. Die 3 steht für Käfighaltung. Die 2 für Bodenhaltung. Auch die ist für mich nicht akzeptabel: maximal 6000 Hühner dürfen hier in einen Stall gehalten werden und ein Auslauf ist nicht vorgeschrieben. Hätten Sie da Lust, glücklich gackernd Eier zu legen?
Also eindeutig zu bevorzugen sind Eier mit einer 0 oder mindestens einer 1 an erster Stelle (1 bezeichnet Freilandhaltung und 0 aus ökologischer Haltung). Natürlich ist solch ein Ei teuer, aber ausgerechnet am Ei sparen? Auf den Federn der Hennen? Das Ei ist eines der letzten Naturprodukte, sehr nährstoffreich und sollte uns ruhig auch ein paar Cent mehr wert sein.
Nähere Informationen oval um Ei und Hühnerhaltung bieten Ihnen auch folgende Seiten:
was-wir-essen zum Thema Ei und wwf zum Thema Ei