Voll im Stress

Was wären wir ohne diese goldigen Zwischendurchstudien? Sie tauchen meist als 4-zeilige Meldung in der Tagespresse oder als achtel-Blatt Meldung mit Bild in einer Frauenzeitung auf.
Nebulös, wer, wem, warum den Auftrag dazu gab oder wer und wieviele in welchem Zeitraum befragt wurden. Es haftet ihnen immer so eine gewisse Beliebigkeit an. Gerade deshalb haben sie einen brauchbaren Unterhaltungswert, sie lassen Raum für eigenen Gedanken und Interpretationen.
Da hieß es in den letzten Tagen zum Beispiel, dass die meisten deutschen Berufstätigen sich gerade einmal 20 Minuten Zeit für die Mittagspause nehmen. Zwei Drittel holen sich ihren Stoff im Imbiss oder beim Bäcker. Jeder Vierte verzichtet ganz aufs Essen.
Was schließen wir daraus? Wir Deutsche reiben uns auf für unseren Beruf und haben keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten! Dabei fallen Jagd, Ernte und Zubereitung heutzutage meistens schon weg. Wie wäre es da mit einer flotten Gegenstudie? Wie viele der Probanden, überleben wie lange, wenn sie ihr Essen selbst anbauen, jagen und vor allem, wenn sie es noch selbst zubereiten müssten?
Oder auch ruhig mal lösungsorientiert gedacht: man setzt sich selbst oder seine Mitarbeiter an einen Tropf mit der optimalen Nährlösung. So vergeudet man keine Zeit mehr mit dem Essen und man bekommt die nötigen Nährstoffe verpasst. Gelegentlich kann sogar mit kleinen Zusatzstoffen hier und da bequem nachgeholfen werden, bei auftauchender Müdigkeit oder Aggressionen zum Beispiel. Das nenne ich Convenient-Food!
Aber da geht jetzt auch die Phantasie mit mir durch, zuviel Spielraum bei diesem Beitrag. Ich bleibe am Ball.

Gurkensache

Letzte Woche stand ja ganz im Zeichen der krummen Gurke, in vielen Gazetten sah man sie grün und groß auf den Titelseiten. Gar nicht mal sauer und völlig außerhalb der Gurkenzeit. Aber egal, mich freut es doch, dass Gemüse wieder wachsen darf wie es will! Wird schwer genug sein, die Früchtchen von hops auf gleich zurück auf krumm und klein zu züchten. Diese EG-, ich nenne sie mal Lockerungsverordnung für Obst und Gemüse, betrifft natürlich noch weit mehr Grünzeug. Unter anderem dürfen sich auch Möhrchen wieder schief und knubbelig verwurzeln. Hier ein Äpfelchen für zwischendurch, dort Melonen, die man bequem tragen kann und Blumenkohl für den Singlehaushalt, all das ist wieder möglich mit der neuen Verordnung! Da freuen wir uns! Apropos freuen, ich kann es mir bei diesem Gurkenthema einfach nicht verkneifen, für die eifrigen Titanic-Leser aus dem letzten Jahrhundert, sag ich nur: Zonengaby. Alles klar? *einaugezublinker*

weiter östlich – auch köstlich

Fischland-Darß-Zingst im November 2008
oder: Butterfisch und Silbermond

Eiweißreich war es. Fischig. Zwei Tage auf der wunderschönen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Butterfisch war neu für mich. Gedünstet und an, in oder mit einer Safransoße (Safranmenge genau richtig!) serviert, war das lecker, lecker, lecker! In loser Folge wurden in diesen Tagen noch Rächerlachs, gegrillter Lachs, Dill-Heringshappen und Seelachs in einer Roquefortkäsesoße serviert, gegessen und für äußerst schmackhaft befunden. Glanzpunkt auf der Zunge war jedoch zweifellos und sternelos die einfache Fischsuppe in einem gutbürgerlichen Gasthaus. Da stimmte alles, guter Fond, sehr gute Einlage! Mit dabei: ungewaschener Fischer und schwarzer Bitter. Ist doch nett: ein Anekdötchen, ein Likörchen, …
-Ja, klar gab´s auch was zu meckern in Meck-Pom, aber das verliert minütlich an Kontour in meiner Erinnerung. Verankert in Geist und Gefühl bleibt die Vollmondnacht, das silbrig glitzernde Meer, die Spaziergänge am sonnigen, langen, weißen Sandstrand, durch knorzige Wälder und durch jede Menge Boddenlanschaft. Vereinzelt noch trotziges buntes Laub an den Ästen vor kitschig blauem Himmel! Seeluft, die jeden Atemzug zur Kur-Anwendung macht. So war mein kleiner Novemberurlaub!
Ach und falls es noch interessiert, heute gibt es bei uns Penne all’ arrabbiata. Mein Körper sehnt sich jetzt  nach einer Portion Kohlenhydrate.

Reste, ganz in Gedanken – Resteessengedanken

Ein klassisches Resteessen. Naheliegend. Einfach. Schnell zubereitet. Meistens in der Pfanne mit Eiern aufgepeppt und fast immer einen Schlag fettiger als das Original.
Grundlage sind oft die Beilagen: Kartoffeln, Nudeln, Reis, Klöße oder Polenta, alles bestens geeignet für eine kreative Zubereitung in der Pfanne. Beseelt von unendlicher Toleranz nehmen sie so ziemlich alles auf und an, was man ihnen dazugibt.

„Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt….“ bekannt? Tja die gute alte Witwe Bolte mit ihrem Sauerkohl. Dabei schmeckt Sauerkraut, zu Tode gekocht, zum abgewöhnen und von den Nährstoffen ist es ebenfalls erfolgreich befreit. Daher: nicht länger als zwanzig Minuten!
Oft behauptet und dadurch nicht leckerer: Gemüseeintöpfe schmecken mit jedem Aufwärmen besser, das heißt also je zerkochter das arme Gemüse desto lecker? Totkochen mag beim Hummer vonnöten sein, doch Grünkohl und Co mögen es da eher dezent und meine Geschmacksnerven auch. Gemüse ist also kein geeignetes Resteessen.

Dann gibt es noch das hartnäckige Küchengerücht, welches einem bei jedem Wiederaufwärmen von Pilzen und Spinat die Atemfrequenz erhöht: darf ich – oder besser nicht? Giftig oder nur so ein bisschen schädlich? Macht nur! Was nicht so prickelnd ist, ist das Warmhalten oder zu langes Herumstehen bei Zimmertemperatur. Denn das mögen die Bakterien und der Spinatnitrat wird so schneller zu Nitrit und das ist, genau wie eine vermehrte Bakterienkultur in den Pilzen, eher ungünstig für die Gesundheit. Also fix abkühlen, kühl aufbewahren und dann schnell einmal über 70 Grad erhitzen.

Sonntagsfrühstück

Ist das bei Euch allen so? Bei den meisten? Nur noch bei einigen? Ich meine, dieses typische Sonntagsfrühstück, mit den drei Komponenten:

1. es findet spät statt oder einfach nur später im Vergleich zu den Frühstückszeiten in der Woche
2. es gibt Ei (Rührei, weichgekochtes Ei, wachsweichgekochtes Ei, …)
3. es dauert länger oder einfach länger nur im Vergleich mit einem Frühstück in der Woche

An dieser Stelle sei gesagt, alle drei Komponenten treffen auf mich zu und, -ich geniiiieße es: Wachswarmweiches Eigelb und froh sein darüber, dass der Partner das Ei nicht mit dem Messer köpft (krrrrrrtsch… buaaa!), Brötchenkrümmel auf der dicken Wochenendausgabe, leichte Marmeladenspuren auf der Butter, Käsesorten zur freien Auswahl und die schwarze Johannisbeermarmelade, von Muttern genau so gemacht, wie es besser nicht geht!
Etwas später, die zweite Kanne Kaffee ist aufgesetzt, ein angenehmes Bauchgefühl und die Gewissheit, immerhin noch einen halben Tag zur freien Gestaltung vor mir zu haben!

der große Kürbis

Hui-buuh – passend zu Halloween (Reformationstag?) habe ich eine Kürbissuppe gekocht und gegessen! Gääähnn! Nein, wirklich gar nicht langweilig!! Zum verlieben, zum wegschmeißen!! Ich weiß nicht, wie viele Kürbissuppen ich schon gekocht habe. Ganz viele, bestimmt! Immer variiert, meistens lecker, mal mit Mango, mit Möhrchen, mit Kartoffeln oder ohne, mal mit Orange und /oder Ingwer, garniert mit Sahne, geschlagen, ungeschlagen, mit aufgeschäumter Milch, mit steiermarkschen Kürbiskernöl, mit gerösteten Kürbiskernen und mit nichts, wie heute. War so hin und weg, dass ich gar nicht auf die Idee kam noch irgendetwas daran zu verbessern, nur nicht ablenken vom guten Geschmack! Bestimmt schlummern auch noch unzählige Rezepte in meinen digitalen und analogen Archiven. Aber- und ich sage dies hier und ehrlich, so eine leckre Kürbissuppe wie heute habe ich noch nie gekocht und- auch noch nie irgendwo fremdgegessen!

Ich denke, dass lag hauptsächlich am Kürbis selbst. Es war ein wunderschöner Bio-Buttercup-Kürbis. Zur rechten Zeit geerntet, gekauft und verarbeitet. Eine Zwiebel in halb Öl, halb Butter angedünstet, den Kürbis hineinwürfeln sowie zwei daumengroße, geschälte Ingwerstücke. Mit dem Saft einer halben Orange ablöschen, 1 Tl Honig dazu geben. Ungefähr einen halbe Liter Brühe hinein und den Kürbis weich kochen. Pürieren (VORHER die beiden Ingwerstückchen heraus fischen!) und mit Augenmaß Milch hinzugeben, sowie noch etwas Brühe, so dass die Konsistenz nicht zu breiig ist. Soll ja schließlich eine Suppe sein. Eine kleine Prise Meersalz und fertig war das kleine Wunderwerk.