50 Jahre: Tüte trifft Topf!

Bald wird das Maggi”Koch”Studio 50 Jahre alt und bringt aus diesem Anlass ein Jubiläums-“Koch”buch heraus.  Einen lesenswerten Artikel dazu finden Sie im Spiegel Online. Als Kind der 60er, 70er trifft man dort auf viele Bekannte und kann nur froh sein, wenn Mama damals bereits einen misstrauischen Blick auf den “Geschmack in Tüten” hatte: danke Mama! Hier ein kleiner Appetithappen aus dem Artikel von Peter Wagner:
(…) Wer mit der täglichen Dosis Mononatriumglutamat schon im Kindesalter die Geschmacksknospen überreizt, wird sich später ohne diese Zungenstimulanz schwer im Essleben zurechtfinden. (…) Braucht heute, im Zeitalter der permanenten Verfügbarkeit hochwertiger Frisch-Zutaten, denn so ein wunderschönes Rezept wie “Gefüllte Schweinelende mit Rosmarin” wirklich den “Maggi Bratenfond Classic”? Braucht ein teurer Seeteufel “Maggi klare Gemüsebrühe”? Braucht eine Ente ein Päckchen “Delikatess Pfeffersauce”? (…) mehr davon lesen

Ich darf nur zwei Eier die Woche…

Das scheint ja ein richtiger Eierblog hier zu werden oder hinterlässt es gar den Eindruck, ich sei eifixiert? – Nein, bin ich nicht. Es ist aber auch nicht meine Schuld, dass ich das Thema hier schon wieder breittreten muss.eier  Da war heute morgen eine Schlagzeile in den BBCnews, die mich dazu nötigte: “Eating as many eggs as you want is unlikely to damage your health by raising cholesterol, research confirms. – Limiting egg consumption has little effect on cholesterol levels, research has confirmed.” Die Überschrift des Artikels:” Regular eggs ‘no harm to health!” Was alles soviel heißt wie, regelmäßiges Eieressen wirkt sich nicht negativ auf die Gesundheit aus!
“Neuste Forschungsergebnisse” verkünden dies! Von “dem alten Vorurteil”, das der Konsum von cholesterinhaltigen Nahrungsmitteln nachteiligen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut hat, ist dort die Rede.
Ich weiß jetzt nicht im wievielten Semester des Medizinstudiums diese Zusammenhänge gelehrt werden oder wars sogar noch auf der Schule? Zumindest jeder Arzt und therapeutisch in diesem Bereich Tätige kennt die physiologischen Vorgänge des Cholesterins im Körper.

Ganz kurz, ohne Zahlen und biochemische Vokabeln läuft das in etwa so ab:
Cholesterin wird als Baustein für z.B. Zellwände, Gallensäuren und diverse Hormone vom Körper benötigt und auch selbst hergestellt. Nur nicht in vollem Umfang. In jedem gesunden Körper herrscht nun folgende Selbstregulation (Homöostase): nehme ich viel Cholesterin mit der Nahrung zu mir, produziert der Körper weniger; kommt wenig rein, produziert er mehr. Kann also gar nichts passieren, es sei denn man ist krank und irgendetwas im Regelsystem ist außer Funktion.
Huhn GungaJetzt fragt sich natürlich jeder, der bis hierhin gefolgt ist und sich bis heute noch nicht damit beschäftigt hat: ja wenn das so bekannt ist, warum gibt es denn dann schon seit Jahren diese Panikmache vor Eiern und Butter, warum sollen wir uns denn stattdessen (seit Neuestem sogar cholesterinsenkendes) Kunstfett aufs Brötchen schmieren, warum kriegen wir Cholesterinsenkerpillen verschrieben, warum…. mit diesen Fragen lasse ich Euch jetzt einfach mal allein.

 

PS: lasset Euch die Eier schmecken, wenn Ihr mögt, aber bitte darauf achten, wo es herkommt und wie man dort mit den Hühnern umgeht!!

Kauf Dir doch `ne Kuh!

Kuh So wird bald die Empfehlung lauten, wenn jemand nach einem Glas frischer Milch verlangt. Es ist mir ein dringendes Bedürfnis zur derzeitigen Milchdiskussion auch meinen Rahm hinzuzugeben. Wieder ein halbwegs natürliches Produkt vom Aussterben bedroht.
Es gibt immer weniger „Lebens“mittel gibt. Produkte ohne Zutatenliste. Produkte an denen keiner irgendetwas „verbessert“ oder für uns „sicherer“ gemacht hat.
Man packt uns ungeniert Acrylamid in die Tüte, streicht uns gehärtete Fette aufs Brot, aber warnt uns vor unreinen Rohmilchprodukten. Auch vor der guten Butter wird gewarnt und das Ei steht auf dem Index als gefährliche Cholesterinbombe. Da warte ich Gefäße-ringend auf das cholesterinfreie, jodgesalzene Eipulver! Ach gibt’s schon?

Wer ist Schuld? Schuld sind wieder wir, die Verbraucher. Denn wir wollen Milch kaufen, die wir uns wochenlang in den Kühlschrank stellen können, ohne das sie schlecht wird. Wir wollen fettreduzierte Milchprodukte essen und trinken, damit wir doppelt zuschlagen können.
Wollen wir wirklich? Oder kriegen wir das nur eingeredet und gibt es weitere Schuldige?
Verkauft man ein erstklassiges Produkt aus der Natur, ohne Patentrecht, Namensrecht, ohne wertvolle Abfallprodukte, ohne Strecken und Verlängern, ohne es zu „veredeln“, so ist die Gewinnspanne einfach nicht groß genug.
In Kürze, was mit unserer Milch passiert:
Überall in den Händlerregalen wird die Frischmilch langsam von der längerfrischen Milch verdrängt, weil sie händlerfreundlicher ist und wir das angeblich so wollen.
Der Aufreger in der letzten Woche war in der Hauptsache die irreführende Kennzeichnung dieser Längerfrischen: Bei nur flüchtiger Betrachtung kann man sie kaum von der Frischmilch unterscheiden.Milch
Die Längerfrische oder auch ESL (Extendet Shelf Life)-Milch ist ungefähr zwischen Frischmilch und der H-Milch einzuordnen. Meistens erfolgt hier zunächst die Erhitzung (verschiedene Verfahren), danach die Homogenisierung (bei der Milch ist das die Zerstörung der molekularen Strukturen der Fettmolekühle) und dann, um den H-Milch Geschmack zu reduzieren eine schnelle Herunterkühlung auf ca. 4° Grad (Fallstromerhitzung). Das Verfahren der Homogenisierung und die damit verbundene Zerstörung der Fettmolekühle wurde schon in den 80er Jahren von den amerikanischen Forschern Ostler und Ross als gesundheitsgefährlich eingestuft.
Kurz beschrieben: mit diesen kleinen Fettkügelchen gelangen Eiweiße durch die Darmwand ins Blut, die dort nicht hingehören. Diese Eiweiße sorgen dann im Blut für unerwünschte Reaktionen von allergener Sensibilisierung bis hin zu Ablagerungen an den Gefäßen. Doch damals wurden diese Warnungen von der Milchlobby übergebügelt, so dass wir heute noch als humanoide Langzeit-Versuchskaninchen durch die Gegend laufen. Milchkuh

Das Lebensmittel Milch ist daher strenggenommen nur die Vorzugsmilch, nicht pasteurisiert und homogenisiert, mit natürlichem Fettgehalt. Aber diese Milch wird wohl langsam aussterben. Die Auflagen und Hygieneanforderungen sind mittlerweile höher als bei Blutkonserven im Krankenhaus und somit immer schwieriger und kostspieliger für die Milchbauern zu erfüllen.

Der Milchkonsum an sich wird durchaus kontrovers diskutiert und es gibt lautstarke Stimmen, die Kuhmilch sogar für gesundheitsschädigend halten. Dem stimme ich so nicht so zu. Viele der unangenehmen(!) Begleiterscheinungen, treten lediglich bei der behandelten Milch auf. So konnte ich schon einige Male beobachten, wie Kunden mit einer Laktoseunverträglichkeit, Rohmilch ganz gut vertragen haben. Je mehr an einem Produkt manipuliert wird und je mehr chemische Eingriffe erfolgen, desto höher liegen die Wahrscheinlichkeiten für Unverträglichkeiten oder Allergien.Gunga Kuh und Horsty
Egal wie man nun zur Milch, zu Milchprodukten steht, ich finde, wir haben ein Recht auf naturbelassene, unbearbeitete Lebensmittel!
Schließlich kann sich nicht jeder eine Kuh in den Garten stellen.

Zarte Pflanze – Harte Währung

stevia rebaudiana - Süßkraut Mit diesem Artikel erinnere ich an eine kleine umstrittene, wunderbar süße Pflanze!
Der Name: Stevia rebaudiana! Eine wirtschaftlich arg geknebelte Staude aus Paraguay. Dort ist sie seit Ewigkeiten ein traditionelles Süßungsmittel, z.B. für den Matetee! Inzwischen wird sie längst in mehreren Ländern angebaut und hoch geschätzt, außerhalb der EU! Und es ist ein wunderbares Kraut! Es süßt nahezu kalorienfrei und ohne Einfluss auf den Blutzucker. Ein Segen für Diabetiker! Dabei ist es nachweislich frei von unerwünschten Nebenwirkungen, wirkt pilz- und bakterienhemmend und besitzt darüber hinaus noch eine blutzuckersenkende Wirkung!
Aber noch immer darf es im Bannkreis der EU nicht als Süßungs- oder Lebensmittel vertrieben werden. Seit Jahren ruht die Zulassung wegen wirtschaftlicher Interessen. Seit Jahren bekämpft von der Süßstoffindustrie hat natürlich auch die EU ihren Euro-Daumen drauf. Wenn schon Stevia, dann aber nicht aus Südamerika und Japan. Bietet diese Pflanze nicht einen guten Ersatz für den europäischen Tabakanbau, der so langsam in Rauch aufgeht? Längst laufen Großversuche in Südeuropa, wo Stevia einmal im großen Stile die Tabakplantagen erobern soll (bestimmt ebenfalls subventioniert). Nicht abgeschlossene Tests und fehlende endgültige Untersuchungen auf Verträglichkeit und Nebenwirkungen werden fürsorglich in den Vordergrund geschoben!

Es ist geradezu rührend, wie wir hier alle das, in Japan und USA als gesundheitsschädlich verbotene, Aspartam schlucken dürfen, uns aber Stevia vorenthalten wird! Während man also  in Japan fröhlich mit steviagesüßter light Coke „dahinsiecht“ dürfen wir uns an dem chemischen Süßkram laben, dessen Nebenwirkungen von neutral bis schädlich reichen. Aber auch in den USA gibt es keine grundsätzliche Zulassung für Stevia. Während der (für einige Firmen) gewinnversprechende extrahierte Süßstoff Steviolglykosid (in 12/2008 als unbedenklich eingestuft) zugelassen ist, bewegt sich auch dort das Pflänzchen selbst noch im rechtlichen Dunkel.
Was sind schon 7-8 Millionen Diabetiker (in Deutschland) und überhaupt, was zählen Gesundheit und Genuss einzelner Menschen, wenn es doch um weltwirtschaftliche Zusammenhänge geht: Think big – think global!
Stevialfelder in ParaguayAber zum Glück können wir ja Stevia beziehen, wenn auch nicht unter der Bezeichnung Süßungsmittel/ Lebensmittel. Original Stevia in sehr guter Qualität können Sie zum Beispiel direkt aus Paraguay ordern www.yerbabuena-shop.net  Auch der eigene Anbau ist möglich, als Bezugsquelle zum Beispiel: www.kraeuter-und-duftpflanzen.de  Nähere Informationen über die bewegte Geschichte, über die Verwendung und Wirkungen von Stevia finden Sie unter www.stevia.at und www.freestevia.de.
Ich kann jedem Diabetiker nur empfehlen, sich eine gute und seriöse Bezugsquelle für Stevia zu suchen.
Vielleicht sei noch bemerkt: der Kauf von Stevia ist nicht strafbar und wofür Sie Stevia benutzen, ist schließlich Ihre Sache.

Adult-Muffins für Kuchenmuffel…

…scharf und hochprozentig, so schmeckt das auch!
Ein regelrechter Kuchenmuffel bin ich. Was die meisten in Ekstase versetzt, kann mich nicht von meinem Käsebrot trennen. Torten, Kuchen, Kekse, Desserts und Co akzeptiere ich breitwillig, nicht weniger aber auch nicht mehr. Doch in diesen Zeiten, in denen es erlaubt ist, geradezu Trend ist, die Schokolade auch wieder mit Kakao herzustellen, da werde ich aufmerksam. Die Regale sind gefüllt mit hochklassigen und hochprozentigen Schokoladen und man besinnt sich auf die alten Werte der Kakaobohne zurück. Sie nimmt ihren prominenten Platz in der Schokolade ein und erfolgreich drängt sie Zucker und Milch wieder auf ihre Nebenschauplätze zurück. So richtig entflammt bin ich dann durch die Beimischung von Chili in die Schokolade! Von wegen neumodischer Kram, schon die Azteken schätzten diese explosive Mischung von Kakao und Chili. Da bin ich doch mit dabei! Flugs habe ich ein allgemein gültiges Schokomuffin-Rezept etwas abgewandelt, mit zerhackten, getrockneten Chilischoten versetzt und statt Milch, gleich einen kräftigen, trockenen Rotwein genommen. Und bester Schokolade –klar!
Bestimmt bin ich nicht die Erste, aber ich bin begeistert!!!

Gewagte Weihnachts-Worte?

Wieder bekommen wir es auf den Frühstücktisch gelegt, so kurz vor Weihnachten, wie passend!
Die Pressemeldung über den Ernährungsbericht der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung): die Deutschen essen zuviel, zu süß, zu fett, zu salzig!
Ja, kapiert das denn keiner??? Einfach mehr Gemüse, mehr Obst essen, auf gute Fette achten, weniger Fleisch, weniger Industriezucker und Fertigzeugs, das kann doch nicht so schwer sein, oder?
Brauchen wir, neben Ampeln, auch Stoppschilder auf Gummibärchen- und Chipstüten: „Stopp! Der Verzehr führt zu Diabetes, Bluthochdruck, etc.“? Oder auf den Fleischpackungen „erst gekillt, dann gegrillt, warte nur balde…..!“ Würde das denn dann vielleicht … -Nein, natürlich würde auch das nicht!

Ich wette, da können im Fernsehen noch tausend Foodcoaches, bei dreitausend übergewichtigen Familien zur Abschreckung die Küche mit Fett und Zucker tapezieren! Da wird nix draus! Solange wir an den Symptomen herumkratzen, freuen sich auf jeden Fall die Hersteller von Light-Produkten, Diätwunderpillen und ähnliche Berufszweige reiben sich die Blätter.

Dabei liegt doch die Ursache auf der Hand : sie wissen schon, Gefahr erkannt- Gefahr gebannt. Also noch einmal: zu viel, zu süß, zu salzig, zu fettig, na? Klingelts? – Das ist ein zivilisatorischer Aufschrei! Ein Schrei nach Liebe, nach Sinnerfüllung, nach gebraucht werden, beachtet werden! Nur ein in diesem Sinne halbwegs gefestigter Mensch hat heute noch eine reelle Chance sich angemessen durchs Leben zu essen.
Ach ja, das hier sollten doch ein paar Worte zum nahenden Weihnachtsfest werden. Dann krieg ich jetzt mal die Kurve: Lasst uns doch einfach gegenseitig alle helfen, uns gesünder zu ernähren!
Ist doch ganz simpel! Verschenke Liebe und Aufmerksamkeit, verschwenderisch, wahllos, nur nicht knausern, keine Angst, es kommt zurück! Aber bitte: natürlich nicht nur zur Weihnachtszeit! – Weniger Strenge, mehr Toleranz und lieber mal ein Lächeln zuviel! – Und, da wir ja beim Thema Essen sind, nicht vergessen, jetzt ist gerade die richtige Zeit, mit Genuss zu schlemmen, auch mal etwas mehr als nötig, schließlich ist es Winter, überall begegnen wir den Gaumenfreuden! So gib Dich genüsslich diesen Genüssen hin, am Besten mit Aufmerksamkeit und Dankbarkeit! Denn das ist es nicht, was dauerhaft auf den Hüften landet.

Dankeschön Herr Rach!

Genugda isst…
…auch ab und zu schon mal auf Gourmet Niveau!
Draußen essen, nicht selber kochen. Das ist fein! Da gibt es in meiner Umgebung so drei bis vier Adressen, wo ich, je nach Lust und Gelegenheit, weiß was mich erwartet: Qualität und guter Service, dazu ein passendes Ambiente und stimmige Preise.
Doch ab und zu da fühle ich mich plötzlich und aus heiterem (Werbe)Himmel berufen, einmal etwas hoch Anspruchsvolles zu verkosten. Eben auf Gourmet Niveau. Für mich eine Region, in der ich nicht zu Hause bin. Bin eher ein Freund der puristischen, meist heimischen Küche, mit wenigen aber ehrlichen Zutaten und Portionen. So die Richtung: Pellkartoffel mit Butter und Meersalz. Darauf hebe ich ab, sinnlich verklärt; die Zunge tanzt, der Gaumen tost!
Meine bisherigen Ausflüge in die gehobene Gastronomie kann ich an beiden Händen abzählen. Nicht immer fühlte ich mich richtig wohl und gut aufgehoben und nicht immer konnte der Geschmack der Gerichte über die sparsame Portionierung hinwegtrösten.
Doch gestern hat alles gestimmt, ich sage nur: Genuss und Elbblick!
Selten, dass mal nix zu meckern gibt, oder? Na eben. Deshalb: Hochpreisig, doch das gehört wohl so! Professionell und trotzdem unangestrengt! Kreativ, doch nicht gewollt und bemüht. Eine Geschmacksexplosion jagte die andere, von der auf-den-Punkt-Langustine über die bretonsiche Scholle, bis hin zum Kokoseis, grosses Küchenkino!

wachsweich gekochte Eier

Vor einigen Wochen ging es bei mir um das Sonntagsfrühstück. Klar, das ich darin auch das klassische Frühstücksei erwähnt habe. Nun muß ich feststellen, das das Schlagwort „weichgekochtes Ei“ dazu führte, dass immer wieder Suchende auf meinen Blog kamen. Was haben Sie gesucht? Das weichgekochte Ei an sich? Wohl kaum! – Vielleicht das ultimative Rezept für ein sicher weichgekochtes Sonntagsfrühstücksei? – Schon eher!

Vielleicht können ja meine Lebenserfahrungen etwas konstruktives zu diesem Thema beitragen. Denn auch mir gelingt es erst seit cirka fünf Jahren, verlässlich weichgekochte, wachsweichgekochte, unanständig weiche und harte Eier zu kochen. Letzteres ist keine Herausforderung, zugegeben. Auch diejenigen, die das Weiße noch leicht angeglibbert mögen, sind recht einfach zu bedienen. Am Schwierigsten ist es wohl, das Eiweiß hart und das Eigelb wachsweich, also außen leicht angehärtet und innen noch flüssig zerlaufend, hinzukreigen.
Der erste Schritt zum Durchbruch auf meinen Weg zur perfekten Eierkocherin war, meinen elektronischen Eierkocher zu entsorgen. Aber der Reihe nach. Zuerst war ich nur eine mäßige, eher nachlässige Eierkocherin. Im Laufe der Zeit hatte ich dann so zwei bis drei Generationen Eierkocher im Gebrauch und festgestellt, dass es damit auch nicht zuverlässiger klappt. Versiert im Umgang mit diesen elektronischen Helfern habe ich natürlich versucht, die vorgegebene Wassermenge, durch minimalstes Über- oder Unterschreiten, der jeweiligen Eiergröße genau anzupassen. Doch oft genug wurden es trotzdem einfach nur Überraschungseier. Als ich dann irgendwann genervt den Eierkocher in den E-Müll schmiss, war ich wieder ganz auf mich allein gestellt.

„Aber ich habe doch das Maß genau für zwei Eier, mittel, mit Wasser….!“ – Solche Ausreden gab es nun nicht mehr. Ein kleiner Emailletopf, etwas Wasser, eine sekundengenaue Uhr, die Eier und ich. Das war von nun an das sonntägliche Gewinner-Team! Nicht sofort, aber schon bald! Das Geheimnis? Es fängt mit den Eiern an.

Eine perfekte Schule sind Eier, direkt vom guten Hühnerhalter. Eier, wie gelegt. Nix mit, sortiert nach Grösse S, M, oder L! Keine künstlichen Tagesverlängerung und ähnliche unlautere Mittel! Sind die Hühner-Damen jung, ist es kalt draußen oder stört sie ein kreisender Habicht in ihrer Legeruhe, sind die Eier eben kleiner; stimmen Klima, Alter und Laune, so gibt es auch mal ein XXL. Durch diese Wechselgrössen bekommt man natürlich Übung und ein genaues Gespür dafür, wie lange sie kochen müssen. Manchmal gebe ich z.B. vier unterschiedlich große Eier zu vier unterschiedlichen Zeiten in das kochende Wasser, so dass ich dann, nach Ablauf von sechs Minuten, die ein mittelgroßes Ei benötigt. alle Eier im absolut gleichen wachsweichen Zustand servieren kann. Ob das immer klappt? Schon, aber nur, wenn ich die ganze Zeit auch bei den Eiern bleibe. Ich verlasse die Küche nicht, nehme keine Telefonate entgegen und bin mit meiner Aufmerksamkeit ganz bei den Eiern. Sind wir das den Hühnern nicht sowieso schuldig?

Ein Wald, der Sternenhimmel und mein leerer Kochtopf

Hunger habe ich. So geht das meist los. Was koch ich denn mal heute? So geht das weiter. An diesem Punkt angelangt, herrscht meist, trotz (wegen) angestrengten Nachdenkens Leere bei mir. Dort, wo eigentlich Fülle herrschen sollte. Denn es ist ja genug-da: Genug Kochbücher, ausgerissene Zeitungsseiten, zügig irgendwo hingekritzelte Notizen, nicht zuletzt meine eigenen Kochinspis im Netz. Auch Vorräte sind vorhanden, alle Geschäfte noch lange geöffnet. Woran liegt das denn nun, dass ich in solchen Situationen, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe? Gerade ich müsste doch nur so übersprudeln vor Ideen.
Doch Fehlanzeige, auch ich stehe manchmal ratlos stumm in der Küche rum.
Woran könnte das liegen? Ein Lösungsversuch:

Habt Ihr schon mal einen Stern da oben am Nachthimmel fixiert? Und noch bevor Du ihn gemütlich betrachten konntest, war er plötzlich weg? Nun, ich habe mir mal sagen lassen, dass, wenn man einen bestimmten Stern oder eine entferntere Sternengruppe anschauen möchte, man einfach einige (gefühlte) Millimeter daneben gucken sollte. Siehe da, der Stern ist wieder sichtbar. Das funktioniert, habe es selbst schon oft probiert. Das ist wohl physisch durch die Lage unseres blinden und gelben Flecks im Augenhintergrund begründbar.
Zurück zum leeren Kochtopf. Also, ich denke mir das so. Wenn ich Hunger habe und zwangsläufig auf Nahrung fixiert bin, entgleitet sie mir. Würde ich in diesem Moment kreativ, künstlerisch oder sozial, unterstützend an die Sache rangehen, so würde sich die Lage entspannen und die Ideen nur so sprudeln. Bei mir funktioniert das so. Allerdings nur, wenn ich dabei den eigenen Hunger vergesse.

Das erinnert mich auch ein wenig an die Heisenbergsche Unschärferelation. Je genauer ich den Hunger fixiere und bestimme, desto ungenauer, unfassbarer wird alles was drum herum liegt, was damit zu tun hat und was Abhilfe schaffen könnte. Also das, worauf es angkommt.
Mit Gedanken ist das doch auch oft so, oder nicht? Je angestrengter ich über etwas nachdenke, desto leerer wird’s im gedanklichen Umfeld. Lasse ich die Zügel etwas lockerer, schon tut sich was im Hirn. Die Nervenzellen sind gut drauf, freuen sich über ihre Freiheit und beginnen wie wild neue Verbindungen zu knüpfen. Das ist dann ein Zustand der glücklich macht! Wenn da nicht dieses nagende Hungergefühl. Jetzt aber ab in die Küche, mir ist da gerade eine Idee gekommen.

nein, es gibt keine dummen Fragen

Es ist beachtlich, wie schnell man im Internet Antworten bekommt. Keine Antworten auf Sinnfragen oder zutiefst persönliche Entscheidungsfragen. Ich meine eher so eine Art allgemeine bis personalisierte Jauch-Die Sendung mit der Maus-Fragen. Keine Sendung ohne Experten. Jeden Tag werden haufenweise öffentlich Fragen gestellt und beantwortet.
Wurden wir früher von Lehrern, Eltern, Sesamstraße, der Maus und diversen Büchern aufgeklärt, so klären wir uns heute auch gerne alle untereinander auf.
Ein Experte für irgendetwas ist ja eigentlich jeder -irgendwie -letztendlich…
Klar, dass wir bei solch einem unüberschaubaren Angebot selbst etwas mehr Einsatz bringen müssen, um die Spreu von Weizen zu trennen. Das ist nicht leicht, manchmal zeitaufwändig und mühselig.
Aber hilft ja nix, wenn man nicht jeden Mist glauben, kaufen und mitmachen will, so muss man schon etwas Zeit investieren. Auch ein klarer, kritischer Verstand ist da sehr hilfreich. Die Zeit dafür haben wir ja schon eingespart, weil alles so schnell verfügbar ist.
… autsch, jetzt habe ich mich voll verquasselt, denn eigentlich wollte ich hier nur ein paar lustige Fragen zeigen. Einfach so, weil sie mich beim Lesen amüsiert haben und ich mich dabei fragte: Warum fragen die so was? –

Nachfolgend einige Fragen aus diversen Online-Wissensforen (gutefragenächstefrage, werweißwaswarum, expertenseiten usw.):
Es heißt ja schließlich immer, es gibt keine dummen Fragen. Na – gut.
Nur, bei solchen Fragen, da muss ich halt doch .. aber bitte, grinst selbst, ein paar extra schöne Ernährungsfragen an die Experten habe ich hier mal unverändert zitiert:

  • Darf man Kaffee vom Vortag (lauwarm aus der Thermoskanne) noch trinken oder ist das ungesund?
  • Wie lebt man gesund?
  • Welches Stück vom Wildschwein ist für Einsteiger geeignet?
  • Wie viel mal am Tag isst ihr ? Und welche Zeit etwa ?
  • Habe das erste mal Quark gekauft und muss das essen. Aber wie ?
  • Wann nimmt man endlich ab???
  • Was mögen Zwergkugelfische?
  • Wie viele Kalorien haben zwei durchschnittlich große Waffeln?
  • Wozu gibt es Buchstabensuppen?
  • Woher kommt es, dass ich meine Zeit mit Internet verplempere?
  • Wie nehme ich am schnellsten 60 kg ab ?
  • Hatte gestern Yoga und jetzt zuckt meine rechte hand?
  • Sollte die Prohibition in Deutschland eingeführt werden?
  • Kann man auch süchtig nach Obst bzw. Gemüse Sorten werden?
  • Schmecken Kartoffelpuffer aus der Tiefkühltruhe?
  • Gibt es ein Rezept für Gurkenkuchen?
  • Kann man Ponyfleisch essen?
  • Wenn ich abnehmen will was muss ich dann essen?
  • Schmeckt Sojamilch sehr viel anders als normale Kuhmilch?
  • Welche Heuschrecken kann man essen?
  • Wie viel Kalorien hat ein Blatt Papier?
  • Was ist Gyros für ein Fleisch?

Wer so was fragt? Na, pupsi1 und faultier13, strullerpuppe, fabien, sarah, gummidrachen, gigagurke, heinzpeter, kapstadt und ernstfiesel ….
Ist doch ganz nett zwischendurch, oder? Natürlich werden dort auch jede Menge ernsthafte Fragen gestellt … doch: wer mag da die Grenze ziehen? Ich tu es manchmal, aber nur für mich, zum Spaß.

Ode an die Rote Bete

Meine Beziehung zur Roten Bete geht über ein gutes, normales, kulinarisches Empfinden hinaus. Eindeutig.
Die Saat säte mitten in den Achtzigern, Tom Robbins mit seinem hinreißenden Roman „PanAroma“. Es war wohl damals eher eine intellektuell, spirituelle Bewunderung, verbunden mit einem unersättlichen Lebenshunger. Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich mir damals ein paar Rote Bete kaufte, nur um sie mal anzufühlen und vor allem sie zu riechen!

Jahre vergingen und die Rübe spielte nur noch eine recht untergeordnete Rolle in meinem Leben. Wenn, dann meist in Scheibenform aus Omis Einmachgläsern oder geriffelt aus dem Kühne-Regal.
Aber, seit einigen Jahren, rückt sie bei mir wieder mehr in den Vordergrund.
Zwar eher pragmatisch, aber ein Hauch von Sinnlichkeit ist immer dabei.
Hocherfreut war ich, als ich das Kapitel über Rote Bete in Edward Espe Browns „Das Lächeln der Radieschen“ las. Es war eine Wonne, diese Zeilen zu lesen! „Eines der Nahrungsmittel, die mir beistehen, ist die rote Bete.“ Heißt es da gleich zu Beginn des Kapitels. Schon hatte ich dieses wohlige Gefühl, da schreibt einer, der dieses Gemüse versteht, mit der Seele versteht!
Noch am gleichen Tag probierte ich eines seiner Rote Bete-Rezepte mit Cranberries. Ja, so schmecken sie auch, die blutroten Erdrüben. Sein Rezept habe ich ein wenig an meinen Geschmack angepasst. Die getrockneten Tomaten ließ ich weg, dafür kam etwas Orangensaft hinzu. Am besten einmal selbst ausprobieren.

Hier noch ein Haiku, eine Stunde nach dem Genuss von Roter Bete geschrieben:

rote Erde feucht
dunkel, blutig, beruhigend
nährt stille Schönheit

Voll im Stress

Was wären wir ohne diese goldigen Zwischendurchstudien? Sie tauchen meist als 4-zeilige Meldung in der Tagespresse oder als achtel-Blatt Meldung mit Bild in einer Frauenzeitung auf.
Nebulös, wer, wem, warum den Auftrag dazu gab oder wer und wieviele in welchem Zeitraum befragt wurden. Es haftet ihnen immer so eine gewisse Beliebigkeit an. Gerade deshalb haben sie einen brauchbaren Unterhaltungswert, sie lassen Raum für eigenen Gedanken und Interpretationen.
Da hieß es in den letzten Tagen zum Beispiel, dass die meisten deutschen Berufstätigen sich gerade einmal 20 Minuten Zeit für die Mittagspause nehmen. Zwei Drittel holen sich ihren Stoff im Imbiss oder beim Bäcker. Jeder Vierte verzichtet ganz aufs Essen.
Was schließen wir daraus? Wir Deutsche reiben uns auf für unseren Beruf und haben keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten! Dabei fallen Jagd, Ernte und Zubereitung heutzutage meistens schon weg. Wie wäre es da mit einer flotten Gegenstudie? Wie viele der Probanden, überleben wie lange, wenn sie ihr Essen selbst anbauen, jagen und vor allem, wenn sie es noch selbst zubereiten müssten?
Oder auch ruhig mal lösungsorientiert gedacht: man setzt sich selbst oder seine Mitarbeiter an einen Tropf mit der optimalen Nährlösung. So vergeudet man keine Zeit mehr mit dem Essen und man bekommt die nötigen Nährstoffe verpasst. Gelegentlich kann sogar mit kleinen Zusatzstoffen hier und da bequem nachgeholfen werden, bei auftauchender Müdigkeit oder Aggressionen zum Beispiel. Das nenne ich Convenient-Food!
Aber da geht jetzt auch die Phantasie mit mir durch, zuviel Spielraum bei diesem Beitrag. Ich bleibe am Ball.