Brüchige Nervenverbindungen im Gehirn durch Kürbis

Gib zu, Du hast gerade reflexartig überlegt, wann Du das letzte Mal Kürbis gegessen hast. Nach solch einer Überschrift geht es dann weiter im Text: Laut einer amerikanischen Studie führt ein regelmäßiger Genuss von … So oder ähnlich lesen wir es jeden Tag in unseren Zeitungen. Erst gestern hieß es bei uns wieder: „Olivenöl schützt gegen Alzheimer.“ – Schau an!  Wie? Solche Meldungen verunsichern Dich? „Kaffee ist gut gegen Brustkrebs!“ – „Rotes Fleisch verursacht Krebs!“-  „Limos machen dumm!“ – „Honig macht taub!“ – Weißt Du, wie ich, als Ernährungsberaterin seit Jahren instinktiv damit umgehe? Das wurde mir gestern erst bei diesem Olivenölartikel bewusst. Ich halte es mit diesen kurzen Pressemitteilungen über Ernährungsstudien genau so wie mit den Horoskopen. Ich lese sie interessiert durch und je nach dem, ob es mir gefällt oder nicht, denke ich: „Klasse, passt doch!“ – oder: ich ignoriere. Verstehst Du was ich meine? Das Zeitungshoroskop dringt ja auch nicht tief bis in meine Planetenkonstellationen und Häuser zum sekundengenauen Zeit- und Lagepunkt meiner Geburt durch. Es ist demnach verdammt oberflächlich, genau wie diese Meldungen über Wirkungen und Nebenwirkungen unserer Nahrungsmittel. Also gehe ich logischerweise auch oberflächlich damit um. Gestern zum Beispiel dachte ich: „Prima, ich mag Olivenöl und nutze es häufig, bin ich vor Alzheimer geschützt!“– Hätte ich jetzt lesen müssen, dass Olivenöl Arteriosklerose mit allen Folgeschäden verursacht, hätte ich weitergeblättert, vielleicht bis zu meinem Horoskop.
Aber im Ernst, denk bei der nächsten Meldung einfach daran, dass eine wissenschaftliche Studie ein sehr komplexes Unterfangen ist. Die Vorgaben sind abhängig vom Auftraggeber. Dazu kommt, dass sich die Ergebnisse eben wegen der vielen Parameter fast immer so und anders interpretieren oder gewichten lassen, selbst bei genauester und kenntnisreicher Betrachtung.
Nun sind es aber meist keine wissenschaftlichen Aufsätze oder Zeitungen die wir da lesen. Es sind Tageszeitungen und bunte Illustrierte und diese Macher wissen, besonders gute oder schlechte Nachrichten über Ernährung gehen immer! Genau wie das Horoskop. Warum sollten wir dann diesen Meldungen mehr Bedeutung beimessen als unserem Tageshoroskop? 😉

der große Kürbis

Hui-buuh – passend zu Halloween (Reformationstag?) habe ich eine Kürbissuppe gekocht und gegessen! Gääähnn! Nein, wirklich gar nicht langweilig!! Zum verlieben, zum wegschmeißen!! Ich weiß nicht, wie viele Kürbissuppen ich schon gekocht habe. Ganz viele, bestimmt! Immer variiert, meistens lecker, mal mit Mango, mit Möhrchen, mit Kartoffeln oder ohne, mal mit Orange und /oder Ingwer, garniert mit Sahne, geschlagen, ungeschlagen, mit aufgeschäumter Milch, mit steiermarkschen Kürbiskernöl, mit gerösteten Kürbiskernen und mit nichts, wie heute. War so hin und weg, dass ich gar nicht auf die Idee kam noch irgendetwas daran zu verbessern, nur nicht ablenken vom guten Geschmack! Bestimmt schlummern auch noch unzählige Rezepte in meinen digitalen und analogen Archiven. Aber- und ich sage dies hier und ehrlich, so eine leckre Kürbissuppe wie heute habe ich noch nie gekocht und- auch noch nie irgendwo fremdgegessen!

Ich denke, dass lag hauptsächlich am Kürbis selbst. Es war ein wunderschöner Bio-Buttercup-Kürbis. Zur rechten Zeit geerntet, gekauft und verarbeitet. Eine Zwiebel in halb Öl, halb Butter angedünstet, den Kürbis hineinwürfeln sowie zwei daumengroße, geschälte Ingwerstücke. Mit dem Saft einer halben Orange ablöschen, 1 Tl Honig dazu geben. Ungefähr einen halbe Liter Brühe hinein und den Kürbis weich kochen. Pürieren (VORHER die beiden Ingwerstückchen heraus fischen!) und mit Augenmaß Milch hinzugeben, sowie noch etwas Brühe, so dass die Konsistenz nicht zu breiig ist. Soll ja schließlich eine Suppe sein. Eine kleine Prise Meersalz und fertig war das kleine Wunderwerk.