Freitagabend in Chiang Mai

Eine faszinierende Geschmacksreise durch die makrobiotische Ernährung, wer hätte das jetzt hier erwartet? Es kommt noch besser. Tatsächlich kann makrobiotische Ernährung mehr sein als das, was in vielen Köpfen noch als freudlose „Körnerfresserei aus den 70ern” herumgeistert. Nach der gestrigen Erfahrung habe ich mich mal wieder ein wenig eingelesen in Sachen Makrobiotik und siehe, sie wird noch gelebt. Besonders international betrachtet, ist es mehr als nur ein freakiges Randthema. Ich fand es jedenfalls interessant und denke, es lohnt sich da mal reinzulesen, auch wenn man nicht vor hat, sich auf die makrobiotische Ernährung umzustellen. Obwohl, wenn mir jemand jeden Tag solche Speisen, wie sie im TianZi, Chiang Mai, serviert werden, zubereitete, ich würd´s mir überlegen.

Hier nur ein kurzer Überblick zur makrobiotischen Ernährungsweise: Sie besteht in der Hauptsache aus Vollkorngetreide, frischem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen sowie Algen und fermentierten Sojaprodukten. Alle Nahrungsmittel werden nach Yin und Yang eingeteilt und das Verhältnis sollte 5:1 sein, genau wie das Verhältnis der Mineralstoffe Kalium und Natrium in unbehandeltem Reis, so ist es optimal. Die Lebensmittel sollten saisonal sein und aus pestizidfreiem Anbau stammen. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Zucker und einige Gemüse die zu viel Yin haben (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, viele Früchte) finden keine Verwendung in der makrobiotischen Küche.

Zurück zur gestrigen Kulinarik, wir haben vier verschiedene Gerichte bestellt und hatten vier einzigartige, wunderbar harmonische Geschmackskombinationen auf dem Tisch:

Wer oder was steckt da hinter? Was heißt TianZi? Diesen Fragen nachgegangen, führte uns die Spur zu dem deutschen Biologen Dr. Josef Margraf. Er ging damals für seine wissenschaftlichen Arbeiten an ausgestorbenen Pflanzenarten nach Yunnan, China und hat sich dort intensiv für die Wiederaufforstung der Regenwälder eingesetzt. Er verstarb im Januar dieses Jahres. Seine Arbeit führt nun seine Frau Li Minguo mit ihren beiden Töchtern weiter.
Wieder mittendrin in einem hoch interessanten Thema. Wenn es euch auch so fasziniert, hier ein sehenswertes kurzes Video mit Dr. Josef Margraf
und auf dieser Seite gibt es Informationen und einen Überblick über das Engagement, die laufenden Projekte vom TIANZI, BIODIVERSITY RESEARCH & DEVELOPMENT CENTRE.
Ach, und „TianZi“ heißt “seeds of heaven”.
TianZi Teahouse and Restaurant, 119/1 Kampangdin Road, Chiang Mai, Thailand 

Khao Soi, lecker Süppchen!

Fast überall im Norden Thailands (auch in Burma und Laos) kann man sie auf der Straße an bestimmten Nudelsuppen-Ständen bekommen. Man nennt sie hier auch Chiang Mai Suppe. Gute Stände findet man, indem man darauf achtet, dass dort zur Lunch-Zeit emsiges Treiben herrscht oder eben auf Empfehlung. Nicht neu der Tipp aber immer noch zielführend. 🙂
Khao Soi (ข้าวซอย), heißt “geschnittener Reis” und hat eigentlich nicht viel mit dem zu tun, was man in der Suppenschale vorfindet. Das ist ein scharfes Kokos-Curry-Süppchen, mit frischen, meist Weizeneiernudeln, kleinen Hähnchen-Schenkeln und frittierten Nudeln oben drauf. Serviert mit Korianderkraut, roten Zwiebeln, Limone, sauer eingelegtem Pok Choy und einer Chiliölpaste. Yupin, eine leidenschaftliche Köchin und Genießerin, hat uns heute mal gezeigt, wie man sie selbst herstellen kann.
Da es wirklich nicht einfach ist, all diese Zutaten in Deutschland zu bekommen, möchte ich hier nur ein paar Anregungen geben. Mit etwas Phantasie könnt ihr bestimmt eine ähnlich, köstliche Suppe zaubern. Auf Nachfrage gebe ich euch gern mehr Details.

Loi Krathong in Chiang Mai

Zunächst etwas Basiswissen über das thailändische Loi Krathong Fest, auch Loy Krathong, ลอยกระทง, das Lichterfest. Es wird jedes Jahr bei Vollmond im 12. Monat des thailändischen Lunisolarkalenders, das ist bei uns der November, gefeiert. Natürlich wird nicht nur am Vollmondtag selbst gefeiert, sondern mindestens einen Tag vorher und einen danach. Bei wichtigen Festtagen in Thailand sind drei Tage als Feiertage schon notwendig.

Seinen Ursprung hat dieses Fest im Hinduismus. „Loi“ heißt schwimmen und „Krathong“ ist eine Art kleines Floß. Diese, meistens selbstgebastelten und liebevoll geschmückten, Flöße werden mit Kerzen und Räucherstäbchen auf einen Fluss gesetzt. Aller Groll und Ärger wird damit losgelassen. Wie schön!
Alles was man für solch ein Schiffchen benötigt, liefert die Bananenpflanze. Die Scheibe aus dem Stamm ist superleicht und schwimmt perfekt. Aus den schönen Bananenblättern werden kleine Blattabschnitte zurechtgeschnitten, gefaltet und festgesteckt. Abschließend wird das Ganze noch mit Blüten geschmückt.

 


 
Viele Lichter, Fackeln, kleine Heißluftballons (Khom Loi) und Feuerwerk begleiten dieses Festival. Kaum ein Haus, dass nicht mit Laternen und Fackeln beleuchtet ist an diesem Abend. Auf den Dörfern werden die Fackeln, ebenso wie die Krathongs, selbst hergestellt, mit den kleinen Aufputschgetränke-Fläschchen, die sich in Thailand so großer Beliebtheit erfreuen. Sie werden mit Petroleum gefüllt, ein Filz wird hineingehängt und durch den Deckel gezogen. So säumen viele Lichter die Dorfstraßen.


 
In Chiang Mai und Ayutthaya wird Loy Krathong besonders aufwändig gefeiert. Es gibt festlich geschmückte Umzüge am Abend, mit Tänzern, Trommlern, Phantasiegestalten und
nachgebildeten Göttergestalten. Nicht nötig zu erwähnen, dass an diesen Tagen wieder ausgiebigst gegessen und getrunken wird. Kein Meter ohne Nahrungsangebot: köstliche Suppen, hunderte verschiedene Grillspieße, frittierte Fish-Cakes, Eier, Garnelen und Kartoffelspieße, frisch gebratenes Pad Thai (bekanntes Bratnudelgericht in Nordthailand) und Reisgerichte. Ach und noch so vieles mehr! Hier verhungert man höchstens, weil man sich nicht entscheiden kann, was man nehmen soll.

 

Schon Tage zuvor scheint die Bevölkerung aufgeräumter zu sein als sonst. Viele Häuser werden mit bunten Papierlaternen geschmückt. Wer, wann, was zu essen macht oder wo man isst, wird im Vorwege sorgfältig diskutiert und geplant, denn es ist auf jeden Fall auch ein Familienfest. In den Tagen davor wird zunehmend mehr und lauter geknallt. Böller und Kanonenschläge, die in Deutschland unter das Waffenschutzgesetz fallen würden, lassen hier noch nicht einmal die Öhrchen unserer halbwüchsigen Kater zucken. Die Gewöhnung daran, liegt wohl mit in den asiatischen Genen.

 

Gestern waren wir in Chiang Mai und haben hunderte, nein tausende von den kleinen Heißluft-ballons langsam aufsteigen sehen. Wir sind durch ein Lichter- und Menschenmeer gefahren und gelaufen. Es war ein faszinierender Abend! Wir standen am Ufer des Ping Rivers und schauten abwechselnd auf die Lichterschiffchen, die mit all dem Groll davon schwammen und auf das Feuerwerk und die Laternen, die den Himmel hoffnungsvoll hell erleuchteten. Was für ein schöner Anblick! Nach einer Weile sahen wir uns an und dachten dasselbe: ja, es wird langsam Zeit mal wieder was zu essen.

Pampel Pomelo

Jetzt im Oktober begegnet sie dir überall an den Marktständen in Nordthailand. Oder Du gehst spazieren und es steigt dir plötzlich ein süß-fruchtiger Zitrusduft in die Nase. Jetzt kannst du den Blick schweifen lassen, bis du ihn entdeckst. Einen wunderschönen Baum mit dicken Bällen daran, den Pomelo Baum.

Hast du eine Frucht zu Hause, ist erst eine dicke Zitrusschale zu überwinden. Dann bist du aber lange noch nicht am Ziel. Eine störrig-ledrige, weiße Haut umzieht die ganze Frucht und jedes Segment auch noch einmal. Erst wenn du die einzelnen Schiffchen völlig herausgeklaubt hast, geht’s ans genießen. Ich weiß, warum diese Frucht hier oft schon geschält erhältlich ist. Saftig geht’s erst im Mund zu, wenn man mit den Zähnen die einzelnen kleinen Fruchtzellen zerplatzen lässt. Der beste Moment, der Pomelo Moment, ein herrliches Gefühl!
Ganz klar, es ist eine Pampelmusenart, genauer, eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse. Der Geschmack ist unaufdringlich und hat von allem etwas, ist bitter und süß, säuerlich und erfrischend.
In der pikanten Küche könnte ich sie mir am besten in einem Chutney vorstellen. Leckere Vorstellung auch, thailändisch inspiriert, eine Kombi mit Garnelen oder Hühnchen, Chili, Lemon und Korianderkraut, auf zarten *Kohlblättern angerichtet.
*der thailändische Weißkohl ist extrem lecker, ganz zart, leicht süß. Viel zu schade um ihn zu garen, daher wird er hier auch meistens roh verspeist.

 

 

Sonntagsausflug, der dritte – sunday, the third

Diesen Sonntagsausflug werde ich Euch nicht vorenthalten. Es fing ganz harmlos an, mit einer kleinen Tour über die Landstraße 1230, im Landkreis Mae On, Nordthailand. Die Sonne schien und kurvig ging es bergauf, wie´s sich gehört. Am Straßenrand und auf der Straße glotzten uns Rinder und Wasserbüffel friedvoll hinterher. Ab und zu, begegneten wir Pilzsammlern auf Fahrrädern und Motorbikes. Weiter oben dann der weise, abgeklärte Blick einer schönen Buddhafigur. Da ist ein “Viewing Point”, und was für eine Aussicht! Bis zu unserem Häuschen und weit darüber hinaus. Wie ich diese Sonntagsausflüge liebe: sanft daher gleiten, den Fahrtwind genießen, abwechselnd staunen und träumen!

“Schau, da vorn ist ein Dorf, Ban Mae Takhrai, sind aber nur ein paar Häuser, ….halt!!! Fahr noch mal zurück!” – Im Vorbeifahren sahen wir ein paar riesige Gestalten gegen den Himmel ragen.
Einstimmig dann beide: “Was – ist – das – denn?” – Gruselige Horrorszenen, Menschen mit verzerrten Gesichtern und Körpern, Blut, Skelette, Folterszenen, riesenlange Zungen, halb Tiere, halb Menschen, begegneten uns dort in z.T. Überlebensgröße. Ich bangte um meine Träume in den nächsten Nächten.
Schaut Euch zum Vergleich den Bagger auf dem Bild, das ist kein Spielzeugbagger!
Natürlich hatten wir nach diesem Ausflug einige Fragen an unsere thailändischen Freunde.
Diese Szenerie soll bei der einfachen Landbevölkerung zur Abschreckung vor bösen Handlungen dienen. In den mit viel Aberglauben und Geisterglauben vermischtem Buddhismus hier, trifft man immer wieder auf unglaubliche Zusammenhänge und Geschichten. Die Figuren sollen zeigen, wer stielt, mordet und hintergeht, dem widerfährt Schreckliches; und zwar in diesem Leben, in der Zwischenzeit bis-, und ganz bestimmt im nächsten Leben. Wer lügt, bekommt hierzulande weder eine lange Nase, noch kurze Beine sondern eine lange Zunge. Fremdgehende Ehefrauen werden nackt auf einen Kaktusbaum gejagt. Was mit untreuen Männern passiert war mal wieder kein Thema. Hier arbeitet man noch hart an der Emanzipation der Frau.

immer wieder sonntags

Fast vergesse ich es einfach. Bemerke ihn gar nicht mehr, den Sonntag. Vorbei sind die Zeiten, an denen es morgens um sieben so sonntäglich ruhig ist. Die Nachbarn sind noch nicht zu hören. Kein Verkehr auf den Straßen. Irgendwann höre ich aus der Ferne Kirchenglocken läuten. Gegen Mittag gibt es dann etwas Verkehr in der ruhigen Straße. Autotüren schlagen zu. Besuch kommt, Begrüßung, Umarmung, Gelächter. Der Duft vom Sonntagsbraten mischt sich mit dem Duft der ersten Pflaumenkuchen die in den Backöfen garen.

Hier in Thailand merke ich es kaum. Der Sonntag ist ein Arbeitstag wie jeder andere. Auf den Märkten herrscht emsiges Treiben. Die großen und kleinen Geschäfte haben geöffnet, die Gärtner beschneiden lautstark ihr Revier.
Den freien Tag in der Woche bekommen sie hier nach Vereinbarung, nicht nach Kalender. Banken und öffentliche Ämter sind davon ausgenommen, doch fallen sie kaum ins sonntägliche Gewicht.

Aber es  gibt zahlreiche Feiertage, an denen die meisten frei haben. Fallen die beweglichen Feiertage auf ein Wochenende, so werden sie direkt am Montag oder Montag und Dienstag
nachgeholt. Hinzu kommen die individuellen Feiertage, wie die Mönchseinweihung des Jüngsten oder der 10. Todestag des Ur-Großvaters.

Trotz allem, ich kann das Sonntagsgefühl nicht abstellen. Ich besitze Kalender und es gibt Freunde in Deutschland, da kann ich sonntags erst ab vier Uhr nachmittags mit Antwort via Skype oder Email rechnen. Geschäftlich geht gar nichts.
Was liegt näher, als die gute Tradition des Sonntagsausfluges aufrecht zu erhalten? Dieses Mal war es ein kleiner Rundgang durchs Dorf bis zum weißen *Chedi. Der Regenschauer war, wie man auf dem Foto sieht, noch weit entfernt. Das kann sich in Windeseile ändern. Es ist Regenzeit in Thailand. Vor dem Regen ist nach dem Regen. Die Luft ist warm, schwer und feucht. Wir durchquerten ein kurzes Waldstück. Aber Hallo: ich hatte das Gefühl, wenn wir stehenbleiben, dann werden wir in zehn Minuten zugewuchert von irgendwelchen Sträuchern und Schlingpflanzen. Man sieht es wachsen, unglaublich! Zudem hatte ich auch noch vergessen mich mit Moskitozeug einzureiben, kurze Hose, Flipflops, nackte Arme, muss ich mehr sagen? – Aber es war ja nur ein kleiner sonntäglicher Rundgang.

* Ein Chedi  ist meistens auf dem Gelände eines Wat (Tempels) zu finden. Es bedeutet eine „Anhäufung“, Ort geistiger Sammlung, Kontemplation und es ist ein Ort der Aufbewahrung von Reliquien Buddhas.

Maracu – jaaaaa!

Passiflori  edulis, Passionsfrucht! Passion! Wie passend! Passion! Passt!
Das ist ein Geschmack, ein Geruch! Bin immer ganz hin und weg! Der Gedanke daran treibt mir schon wieder Wasser auf die Zunge! Hier auf den Märkten in Thailand kann ich sie kilo(!)weise kaufen! Das muss ein Stück vom Paradies sein!

Ok, ich komm dann mal wieder runter.

Die Maracuja hat eine Ausgewogenheit von Säure und Fruchtsüße, wie sie kaum eine andere Frucht besitzt.
Dann dieses unverwechselbares Aroma, wofür laut Chemiebuch flüchtige Ester (chemische Verbindungen, die durch Kondensation aus Fruchtsäure und Alkohol entstehen) verantwortlich sind.  Ursprünglich stammt diese wunderschön blühende Rankpflanze wohl aus Brasilien und Parayuay.
Hier in Thailand gibt es sie auch bereits ausgepresst, ohne Kerne zu kaufen. Hinein damit ins vorgekühlte Glas mit zerstoßenem Eis, mehr geht kaum!

Klar, Gesundheit ist auch drin, viel Vitamin C, A und auch aus der Vitamin B Gruppe ist einiges dabei.
Die bekannte Wirkungen neben Geschmacksverzückung, sind  allesamt eher beruhigend, schlaffördernd und blutdrucksenkend.

In der Küche nutzt man sie gern für besondere Desserts und Kuchen, ebenso sind sie ein aromatischer Bringer für fruchtige Cocktails und Mocktails.
Während ich die, ebenfalls anbetungswürdigen, Mangos hier gern als Zutat in der Küche verwende, sind mir die Maracujas bisher noch pur am liebsten. Für die pikante Küche gibt es kaum Rezepte mit Maracujas. Ein recht ansprechendes und einfaches Rezept habe ich beim NDR gefunden von Rainer Sass. Er hat einen scharfen Tomatendip aus Zucker, Tomatensaft, Chili, Maracuja und Olivenöl zubereitet. Werde ich mal testen.

Danke! Thanks! Terima kasih! …

For english version, see below!

… ขอบคุณ Cảm ơn bạn! Vinaka!
Danke allen, die uns unterwegs mit ihrer Offenheit, ihrem Wissen und ihren Dienstleistungen unterstützt haben!Vorab:
Ich möchte mich mit der Erwähnung der nachfolgenden Adressen und Namen ganz herzlich bedanken und gleichzeitig allen (Welt)Reisenden den ein- oder anderen brauchbaren Tipp geben. Ich wurde keinesfalls dazu aufgefordert und werde auch nicht gesponsert für die nun folgenden Lobeshymnen “around the world”.
Fange ich mal an, wo alles begann, in Schleswig Holstein, dicht dran an Hamburg.
Dort haben uns die besten Freunde, Nachbarn und Eltern verabschiedet. Mit Luftballons, Wein und Tränen! Danke! Und nicht böse sein, wenn wir es, in unserer recht kurzen Zeit hier in Deutschland, nicht geschafft haben, jeden wieder persönlich zu treffen. Vielleicht klappt es nächstes Jahr!
Vielen Dank Thorsten, Du und das Team von STA Travel in der Langen Reihe, Ihr habt uns bestens an den Start gebracht und hattet immer einen offenen “Briefkasten” für uns.
Ein dickes Danke ans Internet, an wen da genau auch immer, denn dadurch war ich ja nie ganz weg, stimmt´s?

In Detroit, USA, danke ich Mel, unserem amerikanischen Freund, der uns wie Familienmitglieder in seinem Haus aufgenommen hat. Mit seiner Hilfe war es ein Leichtes über die Craigslist einen gebrauchten Chrysler Sebring Convertible zu kaufen und diesen, als Tourist, im Staat Michigan zuzulassen. Ich hoffe, dass der Sohn von Miguel aus San Francisco, der unseren Chrysler später zu einem fairen Preis bekommen hat, auch heute noch glücklich damit durch die Gegend fährt.

Danke, den hilfsbereiten Rangern des National Parks Rocky Mountains in Colorado. Als unser Auto beschloss auf unseren Zündschlüssel nicht mehr zu reagieren, haben mich sehr freundliche Ranger zum Eingang gefahren um zu telefonieren und wieder zurück zum Auto.
Durch diese Aktion lernten wir immerhin das nette Städtchen Boulder kennen. Denn der Chrysler Service brauchte, trotz bevorzugter Behandlung, einen ganzen Tag um uns unser Auto mit neuem Zündschloss wieder zu “erschließen”.
Boulder in Colorado ist die Fahrradstadt und überhaupt eine sehr grüne Stadt. Wir übernachteten dort im Boulder Outlook Hotel, einem Zero Waste Hotel.

In Utah, Moab, waren wir abends, nach atemberaubenden Tagen im Arches National Park, in der Moab Brewery zu finden. Hier hatten wir jedes Mal interessante Begegnungen mit Reisenden und mit den Moabs(?). Kein Wunder, denn dies ist der einzige, akzeptable Ort mit (leckerem) Bier-Ausschank in Moab.
In den USA haben wir öfter mal japanisch gegessen, hier www.kaizen-sushi.com und hier Manpuku, 2977 College Ave, Berkeley, California, war es very yummy.
Regelrecht verehrungswürdig war ein Artischocken-Knoblauch-Brot, das wir unterwegs in Pescadero, California, in einem genialen Laden gekauft haben: www.arcangeligrocery.com
Das beste Eis gab es in Berkeley hier www.ici-icecream.com. Im Berkeley Bowl vor dem Kochen einkaufen zu gehen ist ein Erlebnis! Solch einen Lebensmittelladen hab ich noch nie zuvor und nicht danach gesehen. Schaut mal rein: www.berkeleybowl.com
Wo wir gerade in Berkeley sind, lieben Dank an Gayle und Ann! In Eurer Hausgemeinschaft haben wir uns eine ganze Zeit lang gefühlt, als wären wir zu Hause in der San Francisco Bay Area und das war ein großartiges Gefühl!

Vinake (=Danke) Roger Nadi auf Fiji! Du bist der engagierteste und freundlichste Manager, den wir in all unseren Unterkünften je kennengelernt haben: www.WailoaloaBeachresortfiji.com Wir hatten wunderbare Abende mit Dir, dem erdigen Kava-Getränk, diversen Gitarrenklängen und vielen Menschen aus aller Welt.
Einen süßen Dank allen Arbeitern der Lautoka Zuckermühle auf Fiji. Wir durften jeden Arbeitsschritt beobachten und verkosten. Besonderen Dank an Sammy, einigen Lesern auch bekannt als Mr.Slippery aus dem Artikel “süßer Besuch – Sugar Mill, Lautoka, Fiji“.

Einen wahren Nudelzauber und ganz besondere Dim Sums erlebten wir in Singapore im Lan Zhou La Mian, einem kleinen unscheinbaren Laden in der No. 19 Smith Street in Chinatown. Danke Meister Wong Seng Wai! Oh wie schön, ich habe gerade entdeckt, es gibt ihn hier zu sehen: www.youtube.com Lan Zhou La Mian

Merci Grégory, für die leckersten Croissants die ich je gegessen habe und das mitten in Thailand, in Hua Hin, www.french-deli.net

In der uncharmanten Stadt Medan, Sumatra, Indonesien, erfreute uns der Charme von Ade im Jannah Guesthouse, Jl.Tengah No.1, um so mehr. Was für ein Temperament! Ach ja und es gab saubere, günstige Zimmer, leider mit dem Ohr direkt an den Lautsprechern der großen Moschee in Medan. Aber Ades Service und Lachen versöhnen.

Lieben Dank Andrea, dass Du Deine Erfahrungen aus Deinem Leben und Arbeiten in Indonesien mit uns geteilt hast und für die antiseptische Erste Hilfe. Die kurze Zeit unserer Nachbarschaft in Junia’s Guesthouse in Bukit Lawang haben wir sehr genossen.

Danke Micky Mouse, für den guten Preis der kleinen Strandhütte am Maenam Beach, Ko Samui. Das war eine richtige Urlaubszeit!
Bedank Robert, für Deine Erfrischungen, die leckeren Tempura-Garnelen und das Penang Curry in Deinem Tonsai Cafe, Nathon, Ko Samui.

Kop khun kah (=danke), liebe Noi, für zwei faszinierende Tage Tour Guiding im Doi Inthanon, Nationalpark, Thailand.
Kop khun kah Nice Kitchen, für immer leckeres, vegetarisches Thai Food und Frühstück. Genau hier: Moonmuang Soi. 6, 50200 Chiang Mai. Bin bald wieder da!

Dann gibt es in Thailand eine Riesenauswahl an Algensnacks. Was soll ich sagen, da habe ich mich durchgefuttert und die “Crispy Seaweed Nori” von Seleco sind für mich die Besten. Danke und Geduld, ich werde mich jetzt weiter darum bemühen einen Vertriebspartner für Euch in Deutschland zu finden.

Danke, thanks, bedank und kop khun kah für die liebe Aufnahme in Euren Freundeskreis und Eure Nachbarschaft, Ans, Els, Kees, Yupin, Tom, Ta, Chris, La, Roy, Sue, Lawrence und Mam aus Chiang Mai.

Uijui, da kommt ja was zusammen an Dankeschöns! Bestimmt ist es noch nicht vollständig, trotzdem möchte ich jetzt erst einmal aufhören.
Ich habe da noch jede Menge kulinarische Tipps und Empfehlungen für Unterkünfte, z.B. für Hatyai, Bangkok, Chiang Mai, Thailand; Melaka, Malaysia; Singapore; Hanoi und Saigon in Vietnam. Es gibt so viel Sehenswertes und viele Orte, die ich noch erwähnen muss. Mach ich auch, in einem der nächsten Blogartikel, versprochen.

–>> again, in english <<–

This is a big “Thanks” to all who supported us with their open mind, their knowledge and their services on our trip! First of all please note:
with the mentioning of following adresses and names I just want to say a warm “thank you” and at the same time I want to give (World) travellers the one or other useful tip. I was never prompted and will also not be sponsored for the following praises “around the world”.

I will start where it all began, in Schleswig-Holstein, close near by Hamburg. There, the best friends, neighbors and parents said good bye, with balloons, wine and tears! Thank you! And do not be evil, if we, in our short time stay in Germany, not have managed to meet again everyone personally. Hopefully it will work next year!
Thank you Thorsten, you and the team of STA Travel gave us a good start and had all over the year an open “mailbox” for us.
A big thanks to the Internet, to whom there exactly anyway, because therefore I was never really and complete gone, right?

In Detroit, United States, I thank our American friend, Mel, who lodged us like family members at his home. With his help, it was easy to find a used Chrysler Sebring Convertible on craigslist and organize insurance and all this stuff. I hope that the son of Miguel from San Francisco, which got our Chrysler later, today still is happy driving.

Thank you helpful Rangers of the National Park Rocky Mountains in Colorado! When our car decided to respond no longer to our ignition key, very friendly Ranger drove us to the entrance for a telefone call and back to the car again. Therefore we’re lucky to see the nice town Boulder. Because the Chrysler service needed, despite preferred treatment, a whole day to open up our car with new ignition lock.
Boulder, Colorado is a bike-city and at all a very green city. We stayed at Boulder Outlook Hotel, a zero waste hotel.

In Utah, Moab we discovered the Moab Brewery. Thats where we wasted out time in the evening after breathtaking days in the national park arches. Here we had interesting encounters with traveling people as well as with Moabs(?). No wonder, because this is the only acceptable place with (delicious) beer in Moab.
We often at Japanese in the United States, here www.kaizen-sushi.com and here Manpuku, 2977 College Ave, Berkeley, California, it was very yummy!

An artichoke garlic bread, which we bought on the way in Pescadero, California in a amaizing little store was simply thrilling : www.arcangeligrocery.com
We found the best ice in Berkeley here: www.ici-icecream.com . An experience is it to go shopping for a meal at the Berkeley Bowl! I have never seen before such a grocery store until now. Look here: www.berkeleybowl.com
As we are just in Berkeley, thanks to Gayle and Ann! In your House you made us feel like we were at home in the San Francisco Bay area and that was a great feeling!

Vinake (= thank you) Roger, Nadi, Fiji! You are the most friendly Manager, whom we ever met in all our accommodation: www.WailoaloaBeachresortfiji.com! We had wonderful evenings with you, with the earth-tasting kava drink, your stories, guitar sounds and with many people from all over the world.
A sweet thanks all workers of the Lautoka sugar mill in Fiji. We were allowed to watch and taste every working step. Special thanks to Sammy, some readers known as Mr.Slippery from the article “süßer Besuch – Sugar Mill, Lautoka, Fiji“.

A real magic of pasta and very special Dim Sums we got in Singapore in the Lan Zhou La Mian, a small unassuming shop in the No. 19 Smith Street in Chinatown. Thank you master Wong Seng Wai! Oh, how nice, I’ve just discovered, you can see him here: www.youtube.com Lan Zhou La Mian

Mérci Grégory, for the most delicious croissants I ever ate. In the middle of Thailand, Hua Hin, www.french-deli.net

In the uncharming city of Medan, Sumatra, Indonesia, the charme of Ade in the Jannah guesthouse, Jl.Tengah No.1, enjoyed us. And about the rooms, they were clean, cheap and unfortunately with the ear directly to the speakers of the great mosque in Medan. But Ades service and laughter reconciled.

Thanks a lot Andrea for sharing your experiences of your life and work in indonesia with us and for your antiseptic first aid. We have enjoyed the short time of our neighborhood in the Junia’s Guesthouse in Bukit Lawang.

Thanks Micky Mouse, giving us a good price for the small beach cottage on Maenam Beach, Koh Samui. Great, like holiday!
Bedankt Robert, for your refreshments, the delicious tempura prawns and the Penang Curry in your Tonsai Café, Naton, Koh Samui.

Kop khun kah (= thank you) dear Noi, for your guiding tour through Doi Inthanon National Park, Thailand, fascinating days!
Kop khun kah nice kitchen, always delicious, vegetarian Thai food and breakfast. Exactly here: Mo Soi. 6, 50200 Chiang Mai. Will be there again soon!

Then, there is a wide range of seaweed snacks in Thailand. What shall I say, since I have fed me through, for me the “crispy seaweed Nori” by Seleco is the best. Thanks and please be patient, I’ll continue my efforts to find a sales partner for you in Germany.

Thanks, bedankt and kop khun kah for love recording us in your circle of friends and your neighborhood, Els, Kees, Yupin, Tom, Ta, Chris, La, Roy, Sue, Lawrence and Mam from Chiang Mai.

Uijui, a lot of thanks! It is not yet complete, however I would like to stop now.
I have as many culinary tips and recommendations for accommodations, for Hat Yai, Bangkok, Chiang Mai, Thailand; Melaka, Malaysia; Singapore; Hanoi and Saigon in Viet Nam. There are so many things to do and many places I still have to mention. I will, I promise.

Lange Schatten

Heute ein Bleibe- statt Reisebericht, denn, auf einmal gibt es Stillstand und zwar mit viel Bewegung: ein Haus mit Garten und Hund sind uns für einige Zeit anvertraut.

Gerade noch frei wie ein Vogel. Immer unterwegs, wohin es uns gelüstet. Heute hier, morgen weiter. Jede Nacht in einem anderen Bett. Mal mit Frühstück, mal ohne! Lange Zugfahrten, lange Fußwege, Busfahrten durch fremde Städte, Motorradfahrten durch faszinierende Landschaften. Rasten und staunen, wann immer uns der Sinn danach steht. Neue Menschen kennenlernen. Fremde Fauna und Flora bewundern, Gerichte kosten, deren Zutaten völlig außerhalb unseres Erfahrungsschmatzes liegen. – und plötzlich: ein fester Wohnsitz und ein Hund. Wirklich krass, der Gegensatz dieser Lebensstile.

Morgens gegen halb sieben, liegt eine Hundeschnauze auf der Matratze, mehr darf nicht. Zwei reizende, braune Augen suchen den ersten Blickkontakt des Tages. Mit angestrengter Ignoranz gelingt es mir meist die Räkelphase im Bett bis kurz vor Sieben zu verlängern. Unter ungeduldigem Gestubse streife ich das Zeug vom Vortag über und schon schnuppern wir, mit zunehmender Lebensfreude, die frühe Morgenluft am See.

Nur kurz ist diese erste Begegnung mit der Außenwelt. Frühstück heißt das lockende Zauberwort. Erst für den Hund, dann für uns Menschen. Die von mir so sehr geschätzte, druckfrische Zeitung, mit der letzten Tasse Kaffe …, es bleibt der sehnsuchtsvolle Gedanke daran. Auch hier, in dörflicher Umgebung, zwanzig Kilometer von Chiang Mai entfernt, ist an eine aktuelle, englischsprachige* Zeitung zur rechten Zeit eben nur zu denken. Seit wir unterwegs sind, gibt es morgens entweder keine Zeitung in der Nähe zu kaufen und wenn, dann auf keinen Fall eine englischsprachige, und wenn, dann so gut wie nie vom selben Tag.

Aber kein Problem, ich sammle insgeheim all die Dinge, auf die ich mich freuen kann, wenn ich eines Tages wieder in Deutschland bin.

Nach dem Frühstück, wenn alle satt sind und verdauen, bleibt mir Zeit für den ersten (!) Blick in den Spiegel. Nie hätte ich bisher für möglich gehalten, dass es Tage geben wird, an denen ich mich der Außenwelt zeige, ohne zuvor nicht selbst, zumindest einen ersten, prüfenden Blick in den Spiegel geworfen zu haben. Von Wäsche, Pflege, Frisur und dem üblichen Kosmetikkrams einmal ganz abgesehen. Doch schon die letzten zwei Monate, unterwegs auf Sumatra und in Vietnam, zeigten mir, das dies durchaus möglich ist und zwar ganz ohne negative Folgen für das eigene und anscheinend auch für das Wohl der Anderen. Die ersten frühmorgendlichen Begegnungen jedenfalls fallen auch hier allesamt freundlich und entspannt aus.

Einigermaßen vorzeigbar, geht es nach dem Frühstück auf in die zweite Gassirunde. Schwerpunkte sind jetzt, das große Geschäft und kurze Sprintstrecken. Ich hätte nie geglaubt, dass es mich einmal mit Befriedigung erfüllen wird, wenn ein Hund einen ordentlichen Haufen zur rechten Zeit, am rechten Ort absetzt.

Ein angenehmer Begleiteffekt dieser Gassirunden, ich brauche für eine ausreichende körperliche Bewegung die Auseinandersetzung mit meinen inneren Schweinehund nicht mehr. Diese Rolle hat nun ein realer Hund übernommen, der meine Entscheidungsfreiheit einengt und somit alles sehr vereinfacht. Jeder Hundebesitzer wird über meine Ausführungen nur müde lächeln, für mich ist es eine späte und völlig neue Erfahrung. Mein Leben lang war ich umgeben von autonomen Samtpfoten und nun dies. Ein kräftiges, tapsiges Wesen in völliger Abhängigkeit und ich selbst, nie groß in Hierarchien denkend oder lebend, nun in eindeutiger Führungsrolle. Das will verarbeitet werden (in einem Blogartikel zum Beispiel);-)

Wo war ich? Der zweite Rundgang, richtig. Kommt es dabei zu keinen Stressbegegnungen, mit freilaufenden Rüden oder Fahrradfahrern mit Helm und Satteltaschen, habe ich eine herrliche Zeit. Ich kann meine ganze Aufmerksamkeit auf die wunderschöne Umgebung und ihre täglichen, kleinen Veränderungen lenken, dabei lasse ich alle aufkommenden Gedanken kritiklos mit laufen. Ich genieße das.

Diese Begegnungen mit anderen, freilaufenden Rüden, da müssen wir noch dran arbeiten, der Hund und ich. Freilaufende Hunde sind allgegenwärtig in Thailand, erst recht in dörflicher Gegend. Hunde an der Leine Gassi zu führen mutet hier in etwa so exotisch an, wie bei uns eine Bankangestellte im Baströckchen. Schon nach zwei Wochen heißt es: “Schau mal, da ist wieder die Farang**-Lady mit den drei Hunden!” -Drei? Ja, manchmal auch vier, es hat sich so eingebürgert, dass wir auf unseren Rundgängen von einem alten, struppigen, schwarzen Streuner, einer kleinen, alten Wuscheldame namens Keep Muu (heißt: knusprig, frittierte Schweinehaut) und manchmal einer jungen, bildhübschen Beagle-Hündin begleitet werden. Das muss ein lustiger Anblick sein, kein Wunder, dass uns die meisten Menschen lächelnd entgegenkommen.

Durchgeschwitzt und abgekämpft sind wir dann irgendwann wieder vor Ort. Für den Hund ist Dösen angesagt und zwar nach Thaiart: seitlich hingeklatscht, alle Viere von sich gestreckt. Wie oft habe ich hier solche Hunde schon auf Straßen und Wegen herumliegen sehen. Jedesmal geht mein Blick auf den Brustbereich, um zu sehen ob sie noch atmen.

Nun hab ich etwas Zeit für mich und meine Arbeit: Schreiben, Fotos sortieren und Kontaktpflege. Dies ist manchmal etwas beschwerlich wegen der ungeheuerlichen Hitze, die sich ab 10 Uhr schon breit macht und alles sediert. Gegen zwölf Uhr Hunger, trotz Hitze und Trägheit. Es geht zur Nudelsuppenfrau, nicht weit entfernt, natürlich***. Eine wundervoll brennend, scharfe Nudelsuppe. Für mich nur mit Gemüse und mit den breiten Reisnudeln, bitte: Kwaiteo senyai saipak. So hat es eine thailändische Bekannte, in Lautschrift, für mich aufgeschrieben. Danach ein eiskaltes Bier aus eisgekühlten Gläsern im Gartenpavillon, ein Eiswürfel für den Hund.

Es folgt ausgedehntes Nichtstun bei Mensch und Tier. Dösen bis mindestens drei, vier Uhr. Ungeheuerlich für meine deutsch tickende Uhr. Die ersten zwei Wochen haben wir versucht, dagegen anzugehen. Nun fügen wir uns und so ist es eindeutig besser. Inzwischen sind es locker 35 Grad im Schatten und nur im Schatten ist es überhaupt auszuhalten. Welch ein Unterschied zum Winter in Nordthailand, denn der verläuft in etwa so angenehm wie unser deutscher Sommer, nur mit Sonnengarantie.

Spätnachmittags kommt langsam wieder Bewegung ins Leben. Ich sitze auf der Terrasse unter einem großen Ventilator und schreibe, später schmieden wir Pläne für den Abend, allein, mit Nachbarn oder Freunden. Kaffee gurgelt geräuschvoll in die Kanne. Wir genießen kalte, gelbe, saftige, süße Mangos, Papayas, Ananas oder Wassermelone mit etwas Gebäck.

Ein ausgedehnter Spaziergang folgt, große und kleine Geschäfte, erneute Sprints und etwas Hundestress, eben das volle Gassi-Programm. Alles um den See herum scheint noch wie betäubt von der Hitze und kommt nur langsam in Fahrt. Die blühenden Frangipanibäume duften um die Wette. Ich schnuppere an den Blüten, der Hund am Stamm, ganz unten. Bougainvillia blüht in allen Farben, die Mangos hängen schon schwer, aber noch grün an den Bäumen. Schreiend plantschen Kinder im See herum. Sie haben jetzt große Ferien, von Mitte März bis Mitte Mai. Auf den Straßen kommt der moderate Verkehr langsam wieder ins rollen. Alle Farben strahlen so intensiv als hätte sie jemand mit bunten Textmarkern in die Landschaft gesetzt. Die großen Ameisen werfen lange Schatten im letzten Sonnenlicht. Wie kleine Ungeheuer huschen sie über das sandige Seeufer. Die Sonne hat nicht mehr viel Zeit, bevor sie sich um halb sieben, als große, orangene Scheibe hinter den Bergen nordwestlich von Chiang Mai verabschiedet.

*deutschsprachige Zeitungen sind, global unterwegs, eine Seltenheit und wenn, dann meistens alt und teuer. Kein Problem natürlich in den besten Hotels der Weltmetropolen.

**thailändischer Ausdruck für Ausländer mit weißer Hautfarbe

***ja, ja, die Thais und ihr Essen, siehe hierzu auch meinen Artikel “Thailand, Land des Essens”