Da gibt es Ähnlichkeiten, finde ich. Schaut mal hier, die Jackfrucht aus dem letzten Artikel. Und jetzt hier weiter im Text: Es geht um die Stinkefrucht, die Durian. Für jeden Asienreisenden wesentlich spektakulärer als die Jackfrucht. Sie begegnet uns hier auf Verbotsschildern von Hotels und öffentlichen Beförderungsmitteln. Verboten, weil sie stinkt. Sie hat durchaus einen eigenen, unverwechselbaren Geruch, aber Schwefeleier, Männerklos und Hundehaufen riechen unangenehmer. Niemand käme auf die Idee, für diese Geruchsbomben Verbotsschilder aufzustellen. Doch halt, in Deutschland, das weiß ich, gibt es diese niedlichen kleinen Schilder auf Dackelhöhe, die einen kackenden Hund abbilden, der mit einem roten Balken durchgestrichen ist. Halt ähnlich den Durian-Verbotsschildern.

Jetzt betrachten wir die beiden Stachelmonster mal im botanischen Vergleich. Während die Jackfrucht an den Baumstämmen der Sorte Jackfruchtbaum, Artocarpus heterophyllus, aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) hängt, finden wir die Durian an den starken Ästen des Durianbaumes, Durio zibethinus. Er wird auch Zibetbaum genannt und gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Auch wird die Durian schwer, so 2-5 Kilogramm, aber nicht so höllisch schwer wie die Jackfrucht. Dafür sind die Dornen spitzer, dicker und größer als bei der Jackfrucht.

Kurz einen Blick auf die Daten und Fakten der Durian:
100 g haben 140 Kalorien und diese Frucht ist reich an Kalium, Phosphor, Eisen und Kalzium. Bei den Vitaminen sind Vitamin A, C und einiges an Vitaminen der Gruppe B mit dabei.

Nach so viel Wissensinput jetzt weiter mit meiner ersten persönlichen Erfahrung. Gewissermaßen meine erste eigene Durian. Da lag dann also dieses kleine Stachelbiest und wollte erobert werden. Sie fallen übrigens, wenn sie reif sind, vom Baum und die Dornen schützen sie vor Druckstellen. Ganz schön pfiffig. Ok, also mit oberster Vorsicht und scharfem Messer der erste Schnitt quer durch. So furchtbar anders als bei der Jackfrucht sieht das jetzt nicht aus, aber, und das ist wesentlich, es klebt nicht! Es riecht eben ein wenig, aber klebt nicht. Nofruit is perfect, … oder so.

In den einzelnen Kammern liegen gelbe Fruchtbeutel, die einen dicken Kern zur Fortpflanzung enthalten. Recht schnell ist alles getrennt und man hat eine Schüssel mit dem reinen Fruchtfleisch vor sich. Ein wenig habe ich genascht davon. Es schmeckt für mich süß, fremd und ein wenig nach Vanille. An dieser Stelle gibt es viele verschiedenen Aussagen, soll jeder selbst mal probieren.

Ich habe das Fruchtfleisch letztendlich in den Mixer gegeben und zusammen mit einigen Spritzern Limone, etwas Honig und Wasser püriert. Dann eingefroren, unter gelegentlichem Umrühren. In modernen Haushalten gibt man die Masse in eine Eismaschine. Lecker mein Stinke-Eis! Morgen werde ich etwas von der hart gefrorenen Masse jeweils auf eine Teigplatte geben. Die gleichen, die man tiefgefroren kaufen kann und normalerweise für Frühlingsrollen verwendet. Darin wickle ich das Eis ein und frittiere es ganz kurz, sodass der Teig anknuspert, aber das Eis noch nicht herausläuft. Das kann man natürlich mit allen anderen Eissorten ebenso tun. Das Ergebnis ist ein leckeres Dessert, das mit minimalem Einsatz, einen maximalen Effekt erzielt.