February Thai Five

Frisch zurück vom Inselurlaub, hab ich gleich mal die Thai Five für den Februar mitgebracht. Und zwar: — Fünf Dinge, die du so nur an Stränden erlebst!
Fresh from my island vacation, I brought the “Thai Five” with me for February, drrrrrumroll: Five things that you can only experience on beaches!

Coconut palms

Die zweifellos berührenden Sonnenauf- und -untergänge klammere ich aus. Ebenfalls großzügig unerwähnt lasse ich Oberflächlichkeiten wie brutzelnde Leiber in Liegestühlen, straffe Strings und schlaffe Drinks. Keine Rede ist hier von semi-tödlichen Quallenbegegnungen und von übermütigen Straßenkontakten gezeichneten Jungtouristen. Ich hab mir etwas anderes ausgesucht. Ähnlich unspektakulär, dafür rein subjektiv.  

Let’s leave aside the undeniably moving sunrises and sunsets for now. I also generously forego the typical superficialities – such as sizzling bodies in lounge chairs, tight tangas and dreadful drinks. We’re not talking about semi-fatal encounters with jellyfish or young tourists characterized by sudden road contacts. No, I chose something else. Just as unspectacular and yet purely subjective.



Ob zu Forschungszwecken oder aus (voyeuristischem) Zeitvertreib, nur am Strand lässt sich der Mensch in seinem Sosein so mühelos und ergebnisoffen beobachten. Geschützt durch eine Sonnenbrille, schweift dein Blick nur scheinbar über das weite Meer, während du fasziniert einer jungen englischen Familie beim Erziehen zusiehst. Du wirst Zeugin, wie die erste zarte Urlaubsentspannung langsam im quengelnden Kindergeschrei zerbröselt. Es rührt dich, wie liebevoll sich ein ü-beleibtes Ü-70 Pärchen, auf drei Uhr, gegenseitig mit Sonnencreme bestreicht. Wobei drei Uhr hier die Blickrichtung angibt, ist klar, ne? Du siehst gutgelaunte, forsch ausschreitende Strandläufer. Da, auf zwölf Uhr, drei Frisbee spielende Jungs bemühen sich um die Aufmerksamkeit einiger Sonnenanbeterinnen. Ach ja, die Zeit scheint stehengeblieben. All diese Szenen könnten auch aus dem vorigen Jahrhundert stammen. – Woran das liegt? Meine Vermutung: Smartphones sind für den Strand einfach nicht besonders geeignet. Hier dominieren Klassiker wie ein Buch, ein Ball und Popo im Sand (und umgekehrt).

Whether it’s for research purposes or for some good old-fashioned people-watching, there’s no better place than the beach to witness humanity in all its glory and open-ended. Protected behind your stylish shades, your gaze casually drifts across the vast ocean, giving you the ability to watch secretly a young English family attempting the delicate art of parenting. You bear witness as their beginning relaxed holiday vibes slowly dissolve in the increasingly loud complaints of children. It touches you, watching the moment an over-sized over-70s couple (at three o’clock) lovingly smears each other with sunscreen. And yes, three o’clock refers here to the location not time. You spot the cheerful beach-walkers and there, at twelve, three boys engaged in playing Frisbee, competing for the attention of a few sunbathing beauties. Time seems to stand still. These scenes could easily be plucked from last century. Wonder why? Well, my guess: smartphones are rather unsuitable for the beach. This is where more the classics shine – a book, a ball and bottom in the sand (and vice versa).  

Abends am Meer


Das Bier Ding, ok. Das ist kurz abgehandelt. An den Strandbars gibt es default kleine Bierflaschen. Die Preise sind natürlich höher als auf dem Festland. Die Fläschen werden in einem Mini-Bierkühler, auch Kühl-Manschette, gereicht. Manchmal stimmt die Werbung auf dem Flaschenkühler mit der darin gekühlten Biersorte überein. In Holland sind diese Manschetten sehr beliebt, obwohl im Grunde klimatisch überflüssig, und werden „Condooms“ genannt. Lustig ist in diesem Zusammenhang auch das Loch am Boden.  

The beer situation, well, let’s tackle that real quick. At the beach bars, you’ve got usually the small beer bottles. Naturally, the prices are a tad steeper than what you’d find on the mainland. They are served up in mini bottle coolers, also known as cooling-sleeves. Sometimes, the advertisement on the bottle cooler matches the beer brand chilling inside. In Holland, these sleeves are quite popular, even though they’re kinda unnecessary there. They call them “condooms”, kind of amusing cause there is a hole at the bottom.

Bier mit Kühler


Gleich noch etwas Kulinarisches hinterher: Ins Schwärmen gerate ich jedes Mal, wenn es um Fischgerichte und Seafood geht! So frisch und lecker schlemmerst du das nur am Meer. Zurück vom Strand, also in Chiang Mai, dauert das dann immer eine ganze Zeit, bis ich mich traue, auch hier wieder Gerichte mit Meeresprodukten zu essen. Nicht, dass ich verdorbene Ware befürchte, es ist vielmehr das vorauseilende Gefühl einer Enttäuschung, weil das leckere Zeug eben nirgendwo so knallfrisch und verschwenderisch serviert wird, wie am Meer.

Another culinary delight right after: I can’t help getting enthusiastic every time the topic of fish dishes and seafood pops up! Such fresh and delicious it can only be offered at the seaside! Once I’m back from the beach, back in Chiang Mai, it takes me quite a while to muster the courage to eat seafood dishes here. It’s not that I’m worried about getting spoiled goods; it’s more the preceding feeling of a disappointment because, let’s face it, that delectable stuff just cannot served up as fresh and lavishly as it is by the sea.

seabass lemon

seafood salad


Es muss die Seeluft sein. Oder die Sonne? Ja, vielleicht ist die erhöhte UV-Strahlung zusammen mit der salzigen Luft für den Reflex verantwortlich, sich während des Strandurlaubs auf eine bestimmte Art und Weise aufzupimpen, wie man es zu Hause, irgendwo zwischen Denver, London und Berlin niemals tun würde. Auch nicht in Brabant, in Ulm oder Warschau. Du begeisterst dich auf einmal für bunte Wollfäden und exotische Accessoires im Haar!? Tattoos an Fesseln, Unterarm und Schulterblatt erscheinen dir in ferienleichtem Übermut plötzlich als ernsthafte modische Option. Schillernde Armbänder, Fußkettchen und wallende, farbenfrohe Gewänder rufen in dir ein prickelndes „Warum nicht?-Gefühl“ hervor. All dies geschieht unabhängig von Alter und Geschlecht, ein endloses Casting für das Musical Hair! Die Begeisterung dafür endet in der Regel bereits in der Ankunftshalle des heimischen Flughafens. Schade eigentlich.

It must be the sea breeze. Or the sun, perhaps? Yeah, maybe it’s the combination of the heightened UV radiation and the salty air that triggers this reflex to glam up in a certain way during beach vacations – a way you’d never dare back home, somewhere between Denver, London, and Berlin. Not even in Tilburg, Ulm, or Warschau. Suddenly, you find yourself fascinated by colorful strands of yarn and exotic accessoires in your hair!? Tattoos on ankles, forearms, and shoulder blades seem like serious fashion choices to you. In the carefree atmosphere of vacation mode shimmering bracelets, anklets, and flowing, vibrant garments evoke an exhilarated “Why not?” feeling in you. All this happens regardless of age and gender – it’s like an endless casting call for the musical “Hair”! This enthusiasm usually fizzles out as soon as you step into the arrival hall of your home airport. A pity actually.


Sarongs, Sonnenbrillen und Eis werden an den touristischen Stränden weltweit gern verkauft. Immer wieder erstaunlich, was ein einzelner Strandhändler alles mit sich herumschleppt und dir dann professionell vor deiner Nase präsentieren kann. Auch in Thailand gibt es Strandhändler an den belebten Stränden und die finde ich ganz besonders. Sie huschen über den heißen Sand mit zum Teil unglaublichen Waren. Ihr Angebot reicht weit über die am Strand üblichen nachgefragten Waren hinaus. Hier ziehen bizarre Bastelarbeiten und ganze Maiskolbengrillstationen an dir vorbei. Ihre Unaufdringlichkeit ist so angenehm, dass du dich jedes Mal ein wenig schlecht fühlst, wenn du sie nicht angehalten hast um eine Kleinigkeit zu kaufen.   

Sarongs, sunglasses, and ice cream – these are the holy trinity of merchandise at touristy beaches around the globe. It’s always mind-blowing to see what a single beach vendor can haul around and professionally showcase to the people. Same in Thailand, at bustling beaches, but different. These vendors are special indeed. They glide over the hot sand, offering up an array of goods that go sometimes far beyond the typical beach fare. Amoung others you’ll see quirky, filigree handicraft mobiles as well as entire corn-on-the-cob grilling stations passing by. Their unobtrusive approach is so pleasant that you can’t help but feel a twinge of guilt each time you don’t stop one to make a small purchase.


January Thai Five

Leute, es wird endlich bitter, leider etwas klebrig und ein wenig familiär. Doch möchte ich beflügelt und beherzt gleich zur Sache kommen. Ich stelle vor: Fünf Gemüsesorten, die ich erst in Thailand kennen und schätzen gelernt habe.

Folks, it’s finally getting bitter, and unfortunately a bit sticky. However, I want to come right to the point and present: Five types of vegetables that I got to know and appreciate for the first time here in Thailand.

Bananenblüte am Baum

1. Riesige Blütenknospen essen

Eine besondere Delikatesse in Thailand sind die zarten Herzen der geschlossenen Bananenblüte, Hua Plee (หัวปลี). Du findest sie in Salaten (Yum Hua Plee), in Suppen und wenn du Glück hast auch zum traditionellen Pad Thai Gericht. Sie ist roh und gekocht genießbar, man verwendet nur den hellen inneren Kolben sowie die zarten, oberen Blätter. Geschmacklich, in der Zubereitung und im Verzehr erinnert sie an eine Artischocke. Man findet sie im Westen in gut sortierten Läden, im Regal in einer Dose neben den Palmherzen und Artischockenherzen. Übrigens, die Bananenblüten werden auch als Bananenherzen gehandelt.

Banana blossom

1. Eating enormous Flower Buds

A special treat in Thailand is savoring the delicate hearts of closed banana flowers, known as Hua Plee (หัวปลี). They’re often featured in salads (Yum Hua Plee), soups, and if you are lucky they come with the traditional Pad Thai dish. You can enjoy them raw or cooked, focusing on the pale inner core and the tender upper leaves. Taste-wise, in preparation, and in consumption, it’s reminiscent of an artichoke. You’ll find it in the western countries in well-stocked grocery stores, sitting pretty in a can next to palm hearts and artichoke hearts. By the way, banana flowers are also sometimes marketed as banana hearts.

Bananenblüte geschnitten

2. Jetzt wird´s endlich bitter

Das Gen TAS2R38 kodiert bestimmte Geschmacksrezeptoren auf der Zunge. Je nach Code wird die Geschmacksrichtung „bitter“ sehr stark bis gar nicht wahrgenommen, und alles dazwischen. In Deutschland scheint es wohl recht viele Bitterschmecker zu geben, denn das Bittere aus Pampelmuse, Chicorée und Co ist weitestgehend erfolgreich heraus gezüchtet worden.
Zum Glück bleiben die Bittergurke, Mara Kee Nok (มะระขี้นก) und die chinesischen Bittermelone, Mara Jean (มะระจีนม) in Thailand relativ stabil bitter.
Übrigens, diese Bittermelonen sehen aus wie die Kotzgurken, von denen sich die bösen Riesen zur Strafe ernähren mussten. Damals, in London, aber ach, das ist eine andere Geschichte*. Jedenfalls war ich hellauf begeistert, als ich sie das erste Mal hier auf den Märkten sah.
Gang Jeud Mara Sai Moo, Bittermelonenabschnitte gefüllt mit Hackfleisch und Glasnudeln im Sud gegart, ist richtig lecker! In Thailand gibt es tatsächlich noch richtig bittere Gemüsesorten! Dazu gehören zweifellos auch die kleinen Bittergurken, die wie grüne Warzen-Krapfen aussehen. Auch sie verfügen über eine ordentliche Portion gesunder Bitterstoffe. Gesund? Klar. Kurz eingeschoben: Unter vielen anderen nützlichen Eigenschaften fördern bittere Pflanzenstoffe die Verdauung, sie regen den Fettstoffwechsel in Leber und Galle an.

* Wer kennt das entzückende Kinderbuch „Sophiechen und der Riese“ von Roald Dahl? Genau so, wie die chinesische Bittermelone, habe ich mir die dort erwähnten Kotzgurken immer vorgestellt.


2. Now it’s finally getting bitter

The gene TAS2R38 encodes certain taste receptors on the tongue. Depending on your genetic code, the perception of the “bitter” taste can range from very strong to not at all, and everything in between. In Germany, it seems there are quite a lot of bitter tasters, as the bitter taste from grapefruit, chicory, and company has been largely bred out.
Fortunately, bitter gourds, Mara Kee Nok (มะระขี้นก), and Chinese bitter melons, Mara Jean (มะระจีนม) from Thailand remain reliably bitter. By the way, the bitter melon looks like the puke cucumbers that the nasty giants had to eat as punishment. Back in time, in London, but ah, that’s another story*. Anyway, I was over the moon the first time I spotted them in the markets here.
Gang Jeud Mara Sai Moo, bitter melon slices filled with minced pork and glass noodles, cooked in a soup, is yummy! In Thailand, there are indeed veggies that pack a real bitter punch. This undoubtedly includes the small bitter gourds, looking like little green wart american football balls. They too, come with a generous dose of healthy bitter compounds. Healthy? Absolutely. Quick aside: Among many other useful properties, bitter plant compounds promote digestion and stimulate the fat metabolism in the liver and gallbladder.

*Anyone familiar with the delightful children’s book “The BFG” by Roald Dahl? That’s exactly how I once pictured the puke cucumbers there, just like this Chinese bitter melon.


3. Der Geschmack bleibt in der Familie

Der Chinesische Brokkoli, Pak Kanaa (ผักคะน้า), chinesisch Kai-lan, sowie der Chinesische Blütenkohl, Khwang Tung (ผักกวางตุ้ง), chinesisch Choi-sum, können ihre Verwandtschaft nicht leugnen. Sie gehören, wie Grünkohl, Pak Choi und Raps auch zur Familie der Senf- und Kohlgewächse, Kreuzblütler, Brassicaceae. Auf asiatischen Märkten sind diese beiden allgegenwärtig. Kein Wunder, denn sie sind preisgünstig, aromatisch und anspruchslos in der Zubereitung. Der Kai-lan zählt sogar zu den beliebtesten Gemüsesorten in ganz Asien. Frag nicht, welche Statistik dahinter steht. Es handelt sich hier um eine dieser typischen Aussagen nach dem Motto „Hab ich irgendwo gelesen, könnte so sein“. Sie sind alle beide jedenfalls ein Gewinn für jedes Gemüsegericht im Wok. Waschen, schneiden, dann braten, dünsten oder dämpfen und genießen, gern mit Austernsoße und in Gesellschaft anderer Gemüsesorten oder Reis. 

Chinese Brokkoli

3. Taste Runs in the Family

Chinese broccoli, Pak Kanaa (ผักคะน้า), in Chinese Kai-lan, and Chinese cauliflower, Khwang Tung (ผักกวางตุ้ง), in Chinese Choi-sum, can’t deny their family ties. Like kale, Pak Choi, and rapeseed, they belong to the mustard and cabbage family, Brassicaceae. These two are omnipresent on Asian markets. No wonder—they’re budget-friendly, aromatic, and easy to whip up. Kai-lan even ranks among the most beloved veggies throughout Asia. Don’t ask for the specific statistics behind that claim. It’s one of those typical statements based on “I read it somewhere, and feels like it´s true.” Anyway, both of them are a win for any veggie dish in the wok. Wash, chop, then stir-fry, sauté, or steam, and enjoy, preferably with oyster sauce and in the company of other veggies or rice.

Blütenkohl Brokkoli

Chinese Brokkoli
roher chinese Brokkoli auf Eis zum moo manau oder moo yang gereicht – raw Chinese broccoli on ice served with moo manau or moo yang

4. Geflügelte Gemüsesorten

Klar, da denkst du sicher gleich an die Flügelbohne, auch Goabohne oder Dua Phu (ถั่วพู) und an die Flügelgurke, Buap liam (บวบเหลี่ยม), stimmts? Ja, diesen beiden Exoten bin ich auch auf den Märkten in Asien das erste Mal begegnet. Toll sehen sie aus, finde ich. Buab liam heißt wörtlich übersetzt quadratische Zucchini. Ok, kann man so sagen. Auf jeden Fall sieht sie mit ihren scharfen Kanten aus wie eine dünne, preußische Gurke.
Wie unbekümmert und grazil kommt dagegen die Flügelbohne daher, mit ihren weichen, welligen, ausgefransten Flügeln! Ihr Geschmack ist charakteristisch aber nicht dominant, eine angenehme Mischung aus Bohne und Erbsenschote. Sie schmeckt in Salaten (Yam Dua Phu), und ist ein perfektes Wokgemüse.
Der Geschmack der Flügelgurke ähnelt dem der Zucchini, unaufdringlich süßlich-herb. Würde man die Flügelgurke in Ruhe ausreifen lassen, so hätte man nach der Trocknung, Trommelwirbel ….. : einen Luffa Schwamm! Folgerichtig hört sie auch auf die Namen Luffagurke und Schwammgurke.

winged beans - Flügelbohnen

4. Winged Veggies

Sure, you’re probably thinking of winged beans, also known as Goa bean or Dua Phu (ถั่วพู), and winged gourd, Buap liam (บวบเหลี่ยม), right? Yep, I only encountered these two exotic gems the first time in Asia as well. I must say, they look pretty spectacular. Buap liam literally translates to square zucchini. Well, you could say that. Either way, it looks like a slender Prussian cucumber with sharp edges.
In contrast, the winged bean appears carefree and graceful, with its soft, wavy, fringed wings! Its taste is distinctive but not overpowering—a pleasant blend between beans and pea pods. It’s delightful in salads (Yam Dua Phu) and makes a perfect wok veggie.
The flavor of the winged gourd is akin to that of zucchini, subtly sweet and little bitter. Left to mature in peace, the winged gourd would, after drying, drumrrrrrroll …: become a loofah sponge! Consequently, it also goes by the names loofah cucumber and sponge cucumber.

winged gourd, Buap liam


5. Riesig und klebrig, die Jackfrucht (Khanun – ขนุน)

Meistens hängen diese Baumfrüchte direkt am Baumstamm. Das ist auch gut so. Denn sie wachsen, im Gegensatz zur Durian, ins Unermessliche und erreichen auch gern mal ein Kampfgewicht von über 30 Kilogramm. Die Durian wehrt sich mit ihrer extrem harten und stacheligen Schale gegen den Verzehr. Die Abwehr der Jackfrucht ist dagegen geradezu hinterfotzig. Wer je ohne Vorwissen eine Jackfrucht geöffnet hat, weiß was ich meine. Wer es wagt, ohne jegliche Vorkehrungen an ihr Inneres gelangen zu wollen, wird gnadenlos verklebt. Binnen Sekunden kleben Finger, Messer und Unterlage zu einem schier unlösbaren Knäuel aneinander. Die Thais wissen das natürlich zu vermeiden und bieten sie zum Glück oft verzehrfertig an.
Apropos verzehren: Reif schmecken sie fantastisch, überraschend frisch, süß, mit ausdrucksstarken Geschmacksnoten, die an eine Mischung aus Vanille und Tonkabohnen, Ananas und Bananen erinnern. Unreif sind sie ein fabelhaftes Gemüse für Curries. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als haptischer und kulinarischer Fleischersatz. Das hat sich im Westen herumgesprochen. Dort wachsen die Jackfrüchte meistens in Dosen auf ausgesuchten Händlerregalen oder im Internet.
Ach und gesund ist sie auch noch, denn ihr Gehalt an Vitamin C, B-Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen ist bemerkenswert.  

halbierte Jackfrucht
der austretende Saft ist reinster Klebstoff – the juice that comes out is pure glue
reife Jackfrucht
reife Jackfrucht zum Genießen, die Kerne ebenfalls – ripe jackfruit to enjoy, the seeds too

5. Enormous and Sticky, the Jackfruit (Khanun – ขนุน)

Most of the time, these tree fruits dangle right from the tree trunk. And that’s a good thing because, unlike the durian, they grow to immense proportions, sometimes reaching a fighting weight of over 30 kilograms. The durian defends itself with an extremely hard and spiky shell against consumption. The jackfruit’s defense, on the other hand, is downright sneaky. Anyone who has ever opened a jackfruit without prior knowledge will know what I mean. Dare to penetrate into its insides without any precautions, and within seconds, fingers, knives, and surfaces stick together in an almost unsolvable tangle. Luckily, the Thais know of course how to avoid this and often offer them ready to eat.
Speaking of consumption: When ripe, they taste fantastic—surprisingly fresh, sweet, with expressive notes reminiscent of a mix of vanilla and tonka beans, pineapple, and bananas. Unripe, they make a fabulous vegetable for curries. They’re gaining popularity as a tactile and culinary meat substitute. This trend has spread to the West, where jackfruits mostly grow in cans on sophisticated store shelves or in the internet. Oh, and it’s healthy too, as its content of Vitamin C, B-vitamins, fiber, and minerals is quite remarkable.

Jackfrucht Curry
links Jackfrucht Curry – แกงขนุน

Es gibt natürlich noch mehr Gemüsesorten, die mir in Thailand das erste Mal begegnet sind. Denke, dazu lohnt sich irgendwann noch einmal ein Thai Five.
Wenn du ein leckeres Rezept zu einen der beschriebenen Gemüse hast, lasse es hier raus, teile es mit uns in einem Kommentar. ​

Of course there are other types of vegetables that I encountered for the first time in Thailand. I think it’s worth having another Thai Five about at some point.
If you have a delicious recipe for one of the vegetables described here, drop it here and share it with us in a comment.


December Thai Five

Meine Dezember Thai Five musst du selbst mal bei Gelegenheit beschnuppern, ich kann sie dir nur beschreiben und Fotos zeigen.
You’ve gotta take a whiff of my December Thai Five yourself. I can only describe them and show you pictures.

noodlesoup street restaurant

Es geht hier um die flüchtige Ansammlung verschiedener Geruchsmoleküle an bestimmten Orten. Richtig, die Rede ist von Duft, Gestank und Wohlgeruch! Der Dezember ist ja eh ein Monat, der bei vielen Westlern emotional mit bestimmten Düften, wie frischgebackene Zimtsterne, Glühwein, fette Bratensoße oder brennenden Tannenzweigen verknüpft ist. In diesem Monat scheint mir das Thema Gerüche also gut aufgehoben.
Jetzt aufgepasst ihr Nasen, hier sind meine Thai Five Gerüche, die sich fest in meiner Dufterinnerung unter „Thailand“ eingenistet haben. Wenn ich sie rieche oder denke, muss ich lächeln und fühle mich gut.  

It´s about a fleeting gathering of different odor molecules at specific places. Yep, we’re talking about scent, stench, and delightful fragrances! December is a month that, for many Westerners, is emotionally linked to certain smells like freshly baked cinnamon stars, mulled wine, rich gravies, or burning pine branches. So, it seems like scents are right at home this month.
Nose at the ready, folks! Here are my Thai Five smells that have permanently etched themselves into my scent memory under the category of “Thailand.” Whenever I catch a whiff or even think about, I start to smile and feel good.

Noodlesoup street restaurant

1. Nudelsuppengeruch

Das ist wirklich herausfordernd, also die Beschreibung dieser wunderbaren Geruchswolken rund um Nudelsuppen-Läden. Jeder, der in Thailand durch die Gegend gestromert ist, kennt diesen speziellen Geruch. Es riecht nicht nach Curry, nicht nach Chili, nicht nach Fleisch oder gekochtem Reis, es riecht nach Nudelsuppe, Kwiet deau (ein Chinesisches Hokkien Wort für Nudel) วยเตี๋ยว. Der Geruch sagt dir, dass du dich hier niederlassen kannst. Dass du dich, nach einer kurzen Order beim beschürzten und bemützten Nudelsuppenpersonal, auf eine der Steinbanken an einem Steintisch setzen kannst. Du nimmst dir ein Wasser mit Eis, derweil du auf deine Nudelsuppe wartest, eine Suppe mit dicken oder dünnen Nudeln, mit Blutstücken, Schweinefleisch oder Hühnerkeulen. Welch wunderbares Gefühl der Vorfreude! Für 20 bis 60 Baht bekommst du voll was auf die Geschmacksknospen, wirst satt und zufrieden. Wenn es irgendwann mal mehr 7/11 Läden als Nudelsuppen-Läden in Thailand geben sollte, dann wäre das durchaus ein Grund für mich dieses Land zu verlassen.

Kwiet deau

1. Smell the noodle soup

Describing the enchanting scent clouds wafting around noodle soup joints is like trying to catch a greased pig—tricky business! (sorry for that picture, Chat GPT suggested it, is it common for you? I doubt it, but it cheers me up.) Anyone who ever passed a noodle soup stall in Thailand, knows that distinct aroma. It’s not curry, not chili, no meat nor rice; it’s the aroma of noodle soup, Kway teow (a Hokkien Chinese word for noodles) วยเตี๋ยว. The scent whispers to you, saying, “This is the spot!” After a quick exchange with the apron-clad and hat-wearing noodle soup staff, you can park yourself on one of the stone benches at a stone table. Grab a water with ice while you wait for your noodle soup, be it with thick or thin noodles, with blood pieces, porkslices or chickenlegs. What a delightful anticipation!  For a mere 20 to 60 Baht, your taste buds get spoiled, leaving you happily stuffed. If there ever comes a day when there are more 7/11 stores than noodle soup vendors in Thailand, that would be the day to pack my bags and say farewell.


2. Was riecht denn hier so gut?

Bai-Toey, โปรไฟล์, Pandan leaves, ihr Geruch ist schwer zu beschreiben für jemanden, der ihn nicht kennt. Pandan riecht einfach unbeschreiblich gut! Man kann Vanille-Aromen vermuten, zusammen mit nussigen, grasigen Spuren. Ich würde noch eine Prise Tonkabohne sowie einen parmesankäsigen Umamicharakter im Abgang oben drauf geben. Ich sagte es ja, schwer zu beschreiben, aber einfach nur toll, toll, dieser Duft! Ich bekomme jedenfalls sofort ein heimeliges Gefühl, wenn ich das rieche, häufig verbunden mit akutem Speichelfluss. Mit diesen Blätter wird nicht nur der Reis aromatisiert sondern auch viele Süßspeisen. Zusammen mit Zitronengras kannst du eine feine Limo damit kochen! Mit Kokosnuss läuft das Pandan-Aroma dessertmäßig zur Hochform auf. Gerne basteln begabte Thaifrauen aus den Blättern auch hübsche Blumengebilde. Die kannst du dir dann als Raumbedufter und Deko hinstellen. Also vielseitig sind sie auch noch, die Blätter der sogenannten Schraubenpalme. Zum aromatisieren werden die langen Blätter angebrochen oder gerissen und dann lediglich mitgekocht und danach wieder entfernt. Wenn du „Pandan“ googelst, dann lass dir nicht einreden, dass diese Blätter eine prima giftgrüne natürliche Lebensmittelfarbe darstellen. Nein. Um damit irgendetwas grün zu färben, musst du ein Extrakt nehmen oder diesen selbst herstellen, was nicht gerade mal eben erledigt ist.


2. What’s that delicious smell?

It´s Bai-Toey, โปรไฟล์, Pandan leaves, describing this scent to someone who never smelled it is a tough nut to crack. Pandan or Bai Toey just smells unbelievably good! You might sense vanilla undertones, coupled with nutty, grassy hints and a dash of tonka bean with a kind of parmesan-umami character in the „aftersmell“. Like I said, hard to put into words, but simpy fantastic this aroma! Instantly it gives me a cozy feeling, often accompanied by an acute case of salivation. This leaves doesn’t just flavor rice; it’s also used in many desserts. Cook up a fine limonade with it alongside lemongrass! When paired with coconut, the Pandan aroma reaches dessert perfection. Skilled Thai women often craft pretty flower arrangements from these leaves, which you can use as room fresheners and decor. So, Pandan is quite versatile as well.
To infuse flavor, the leaves are broken or torn, then simply cooked with and removed afterwards. If you Google „Pandan“, don’t let anyone convince you that these leaves can easily colorize food intensive green. No, cannot! To use it as a colorant, you’d need an extract or make one yourself, which is not exactly easy done.

Limonade aus Zitronengras Pandan und Palmzucker später Limettensaft dazu

3. Plötzlich: Tränenfluss und Halskratzen

Ich liebe es! Wieder einmal düse ich so durch die Straßen (zu Fuß, per Rad, per Scooter) oder sitze irgendwo nutzlos rum und plötzlich schießt mir ein Duft in den Kopf, wie ich ihn außerhalb Thailands bisher noch nicht wahrgenommen habe. Im näheren Umkreis spielt sich folgendes ab: Ein glühend heißer Wok steht auf einer Gasflamme, darin tanzen winzige Knoblauchzehen und Chilischoten munter vor sich hin. Ein Aroma welches sich weit über die Geruchsnerven hinaus deutlich bemerkbar macht und direkt aus dem Wok kommend nicht inhaliert werden sollte. In der westlichen Küche beginnt nahezu jedes zweite Gericht mit “Zwiebel in Butter/Öl andünsten”. Hier geht es zu wie bei einem drag race, die meisten Tellergerichte sind mit Chili und Knoblauch in Öl am Start.

3. Suddenly: Tears and Throat Tickles

I love it! Once again I’m cruising the streets (on foot, by bike, on a scooter) or just lounging around aimlessly when out of nowhere a scent invades my head. Here’s what’s happening: Somewhere nearby there’s a blazing hot wok on a gas flame with tiny cloves of garlic and chili peppers dancing in it. A special, typical Thai scent that can be felt far beyond the olfactory nerves and should never be inhaled directly over the wok. As we used to start every second dish with onion and butter or oil, they here start a lot of their dishes like a drag racing, with Chili in Garlic in oil.


4. Morgens wird gewaschen und gezündelt

Wieder bist du unterwegs, auf Rädern oder zu Fuß. Du stromerst vielleicht durch die kleinen Gässchen durch Chiang Mai, am frühen Morgen. Oder aber du bist in den Dörfern unterwegs. Dann treffen wieder typisch thailändische Gerüche auf deine Rezeptoren. Es riecht abwechselnd nach Waschmittel und Räucherstäbchen. Ok, zwischendurch ein wenig nach Gulli und Grillkohle, aber darum geht es ja jetzt nicht. Das verwundert nicht weiter, denn die Wäsche wird morgens zum Trocknen rausgehängt. Und die Geister hält man zum Tagesbeginn respektvoll mit Räucherstäbchen und Verpflegung bei Laune, damit sie keinen Unfug außerhalb ihres Geisterhäuschens treiben.
Noch etwas fiel mir in diesem Zusammenhang auf. In den Supermärkten gibt es eine Vielfalt an Waschmitteln, also wirklich richtig viel! Aber, schnupperst du durch die Straßen, scheinen entweder alle das gleiche Waschmittel zu verwenden, oder aber, alle Waschmittel riechen gleich sobald sie mit Wasser in Berührung kommen. Meine These.



4. Morning Rituals: Laundry and Incense Ignition

Once again, you’re on the move, whether on wheels or by foot. Perhaps you’re meandering through the narrow alleys of Chiang Mai in the early morning, or maybe navigating through villages. The air alternates between the scent of laundry detergent and incense. Sure, there’s the occasional whiff of manhole and barbecue charcoal, but that’s not our focus here. It’s not surprising so far, as laundry is hung out to dry in the morning. And as a morning ritual, incense and offerings keep the spirits content, ensuring they don’t wreak mess outside their spirit house.

Something else caught my attention in this context. Supermarkets boast an array of laundry detergents, surpassed in quantity only by soy milk- and condiment-products. But, in real life it seems like either everyone’s using the same detergent or all detergents smell alike once they hit water. My guess.

Wäsche trocknen


5. Ei Mariechen bitte: Frangipani

Oder Plumeria, in Thai Leelawadee, ลีลาวดี. Na, was ist das für ein betörender Duft, wenn du abends spazieren gehst und blühende Frangipani Bäume stehen rechts und links des Weges. So tief kann man dann gar nicht einatmen, wie man den Duft aufnehmen möchte. Den Frangipani Duft ordne ich mal als klassischen, wunderbaren Blütenduft ein, vergleichbar mit dem Duft einer alten, englischen Gartenrose, also ähnlich intensiv und in die Tiefe gehend. Das ganze Wikipedia-Wissen zur Geschichte und Botanik der Frangipani erspare ich uns hier, kannst du dir ja ebendort holen. Ich weiß nur: Im Garten sind Frangipani pflegeleicht, lassen sich leicht durch Aststecker vermehren und ich stecke meine Nase in eine Blüte, wann immer ich die Gelegenheit dazu habe.  


5. About a fragrance

Frangipani or Plumeria, in Thai Leelawadee, ลีลาวดี: What’s that enchanting aroma!? When you take an evening stroll, and blooming Frangipani trees line your way on both sides, you can’t breathe deep enough as you like, to fully soak in the fragrance.  I’d describe the fragrance of Frangipani as a classic, marvelous floral scent, like the aroma of old English garden roses, equally intense and deep. I’ll spare you the whole Wikipedia spiel on the history and botany of Frangipani; you can dive into by your own if you like. All I know is, in the garden, Frangipani is low-maintenance, easy to propagate with sticking a stick, and I stick my nose in a blossom whenever I have the opportunity.


November Thai Five Addition

Zitronengras mit Pandanus Blättern

Zitronengras, ตะไคร้

Zitronengras (Takrei) wuchert tatsächlich, wenn man genau hinschaut, nahezu überall. Eigene Erfahrungen habe ich nicht damit, aber es scheint besonders anspruchslos zu sein. Unzählige Thai Gerichte, wie Curries oder Tom Yams leben von diesem wundervollen Aroma! Mücken hingegen meiden es, weshalb es gerne für die Herstellung natürlicher Repellents genutzt wird. Es heißt, dass sich manche Thais zur Abwehr auch getrocknetes Zitronengras unter ihr Bett legen. Achtung, das ist nur so aufgeschnappt und müsste noch bestätigt werden.
Als Aromageber wird Zitronengras vielen Kräuterteemischungen beigegeben. Auch pur ist der Tee warm und gekühlt ein angenehmer Durstlöscher.  
Meistens werden die groben Anteile der Stängel nach dem Kochen herausgefischt oder einfach nicht mitgegessen. Soll es mit rein in die geschätzte Gourmetklappe, wird es ganz fein geschnitten.
Eine kleine Aroma-Sensation in Sachen Zitronengras ist das Sereh-Pulver. Ein Pulver aus gemahlenem Zitronengras, das gerne in der ägyptischen Küche verwendet wird. Damit lassen sich Fisch- und Currygerichte wunderbar aromatisieren, wenn das Zitronengras grad mal nicht vor der Tür wächst. In Thailand ist das Pulver nahezu unbekannt, klar.

takrai lemongras

Lemongrass, ตะไคร้

Lemongrass (Takrei) is practically everywhere if you look closely. I haven’t personally grown it, but this plant seems like quite low-maintenance. Countless Thai dishes, from Curries to Tom Yams, owe their flavor to this aromatic wonder! Mosquitoes, on the other hand, steer clear of it, making it a must-have for whipping up natural repellents. It´s claimed that a few dried stalks under the bed keep them at bay. Disclaimer: That’s just hearsay; a fact check might be in order.
As a flavor booster, Lemongrass often joins the party in various herbal tea blends. Whether hot or chilled, this tea is a delightful thirst-quencher.
Typically, in meals, the chunky bits of the stems are fished out post-cooking or left out altogether. If it’s meant to be part of the dish, it gets the finely sliced treatment.
A little Lemongrass magic comes in the form of lemongrass powder, a ground-up version that finds its groove in the Egyptian cuisine. Perfect for adding flair to fish and curry dishes when fresh Lemongrass isn’t just a doorstep away. In Thailand, though, the powder is practically unheard of, naturally.

Blaue Schmetterlingsblume, Dok Anchan

Dok Anchan, ดอกอัญชัน  

In vielen Gärten und Töpfen wuchert ein Blümchen recht häufig, das ist Dok Anchan, die blaue Erbsenschmetterlingsblume oder Butterfly Pea. Diese hübsche, blaue Erbsenblume ist extrem wuchs- und kletterfreudig und säet sich selbst immer wieder aus. Sie ist vielseitig verwendbar. Die Blüten kannst du frisch essen und ebenso damit deine Tellergerichte optisch aufpimpen. Getrocknet dienen sie zum Einfärben vom Reis und Süßspeisen oder als Teegetränk.
Als Zutat in Shampoos und Spülungen ist Dok Anchan im Einsatz für glänzende, gesund wachsende Haare und gegen die ersten grauen Strähnen. Der wohlschmeckende Tee aus den Blüten soll sowohl die Schönheit (Haut, Haare) als auch die geistige Fitness fördern. Trink den Tee heiß oder auf Eis, mit Zucker und Limone oder ohne. Butterfly Pea ist auch ein prima pH-Wert Indikator. Je saurer die Umgebung ist, desto mehr wird aus dem strahlenden Blau ein eindrucksvolles Violett.
In Europa ist man über seine Fähigkeit zum Farbwechsel zurzeit sehr begeistert. Hippe Bars haben für ihre Mocktails endlich eine alkoholfreie Alternative zum Blue Curacao.

Dok Anchan

Dok Anchan, ดอกอัญชัน

In many gardens and pots, you see the little flower Dok Anchan or Butterfly Pea. This pretty, blue pea flower is a wild child, growing and climbing wherever it pleases, self-seeding like it’s throwing a floral party. It’s a jack-of-all-trades. You can eat the fresh flowers or use them to jazz up your plate visually. When dried, they work their colour magic on rice and desserts, or transform into a nice tea.
As an ingredient in shampoos and conditioners, Dok Anchan is on a mission for glossy, healthy locks and saying “nope” to those first gray hairs. The tasty tea from these blossoms is said to promote both physical beauty (skin, hair) and mental sharpness (here we go!).
Sip it hot or on the rocks, sweetened with sugar and a splash of lemon, or straight up. Butterfly Pea also doubles as a nifty pH indicator. The more acidic the surroundings, the more the radiant blue transforms into an impressive violet.
Europe is currently fangirling over its color-changing prowess, with trendy bars finally finding a non-alcoholic alternative to Blue Curaçao for their mocktails.

November Thai Five

Rate mal! Was sind die fünf Pflanzen, die nahezu jeder Thai in seinem Garten, seinen Töpfen, in leeren Farbeimern, Reifenhälften oder längs seiner Hausmauer anpflanzt?
Guess! What are the five plants that almost all Thais plant in their gardens, pots, empty paint buckets, half tires or along the walls of their house?

Ich habe mich mal umgehört in meiner Nachbarschaft. Das Ergebnis war erstaunlich! Warum? Weil die Thailänder unter den Befragten, allesamt spezielle Pflanzen im Blick hatten. Wir, die Zugereisten, holten unsere Antworten aus der bewussten Beobachtung heraus und lagen damit ziemlich weit vorne.
Das ist aber nicht weiter ungewöhnlich, denn in der eigenen Umgebung werden viele Dinge mit der Zeit so normal und selbstverständlich, dass sie kaum noch bewusst wahrgenommen werden. (Info an mich: mein Umfeld häufiger Mal mit anderen Augen, aus anderen Perspektiven, mit einem speziellen Themen-Fokus wahrnehmen!). Wenn du magst, berichte doch mal, wie das mit den „Five“ bei dir, in Südthailand, Kalifornien, Holland, Neuseeland, England, Italien, Deutschland oder sonst wo auf der Welt in den Gärten aussieht! (Am besten befragst du dafür Zugereiste! 😉 )

Doch jetzt weiter zu den fünf Pflanzen, die nahezu jeder Thai in seinem Garten hat. Im Norden Thailands wohlbemerkt! Kann gut sein, dass es weiter südlich anders aussieht. Ach ja, und meine Ergebnisse basieren natürlich auf repräsentativen „Umfragen“, „objektiven“ Beobachtungen und kommen daher meiner gefühlten Realität verdammt nahe. Schluss mit dem Geschwafel, hier ist das Endergebnis für euch!


I did a little survey in my neighborhood and the results were surprising! Why? Because the Thais among those surveyed all had their eyes on specific plants. We, the newcomers, gathered our answers from conscious observation and were surprisingly ahead. However, this isn’t unusual, as many things in our surroundings become so normal and taken for granted that they are hardly consciously noticed. (Note to myself: observe my surroundings more frequently with different eyes, from different perspectives or with a specific thematic focus!) Feel free to report the „five“ in your area, from the gardens in South Thailand, California, Holland, New Zealand, England, Italy, Germany or anywhere else in the world! (best to ask foreigners! 😉)

But now, let’s get back to the five plants that almost all Thais have in their gardens. In Northern Thailand, mind you! It might look different further south. My results based on “representative” surveys, “objective” observations and come pretty close to my felt reality. Enough chit-chat, here’s the final result for you!

Melanolepis multiglandulosa, Pak chai ya, ผักไชยา

Da kannst du noch so lange googeln oder deine KI ausquetschen, da wird nicht viel kommen. Keine Rezepte und auch kein englischer oder deutscher Name.
Diese Pflanze ist unverwüstlich und allgegenwärtig in Thailand. Namensidee, Überallus spinacii. Nein, so ein richtig feines Spinataroma hat sie nicht. Dennoch wird sie gern als Gemüsebeigabe im Wok zubereitet, weil sie ja nun mal da ist. Außerdem liefert sie eine gehörige Portion Pflanzenproteine und gesunde sekundäre Pflanzenstoffe. Sie enthält allerdings auch Cyanide (Blausäureverbindungen), weshalb sie nur gegart verzehrt werden soll, halt ähnlich wie unsere Bohnen. Wenn du hier lebst, schau dich mal um, sie ist wirklich überall. Selbst wir haben so eine Pflanze im Garten, frag mich nicht woher und warum. Wenn du sie irgendwann entnervt abschneidest, weil sie immer höher wächst, dann sieht sie nach einem Monat wieder so aus, als wäre nix gewesen. Nur der Stamm wird unten dicker und dicker.  

Pak chai ya

Melanolepis multiglandulosa, Pak chai ya, ผักไชยา

You can google as long as you want or squeeze your AI, not much will show up. No recipes and no English or German names. This plant is indestructible and you see it here everywhere. Name idea, omnipresentus spinacii. No, it doesn’t have a really fine spinach aroma. Nevertheless, it is gladly prepared as a vegetable addition in the wok because it’s there. It also provides a considerable amount of proteins and healthy secondary plant substances. However, it does contain cyanide (cyanide compounds) as well, so it should only be consumed cooked, similar to our beans. If you live here, take a look around, it’s everywhere! Even we have such a plant in the garden, don’t ask me where it comes from. If you eventually cut it off in frustration because it keeps growing to high, it will look like before in just one month. Only the stem gets thicker at the bottom.


Chili, พริก

Kaum ein Gericht findet in Thailand ohne Chili Beachtung. Getrocknet, gebraten, geflockt, als Pulver oder frisch rein geschnippelt in Essig und Fischsauce, Chili ist immer auf dem Tisch! Chilisträucher blühen unermüdlich, haben immer Saison und sind recht anspruchslos. Mehr als beruhigend also, ein bis vier Chili-Pflänzchen in der Nähe zu wissen.
Die bekanntesten Thai Chilisorten sind die kleinen Prik Kee Noo (พริกขี้หนู) und die etwas größeren und milderen Prik Chi Fa ( Capsicum annum / พริกชี้ฟ้า).
Mehr gibt es zu diesem wundervollen Gewächs nicht zu sagen. Wenn du die Schärfe nicht verträgst, trainiere ein wenig oder lerne die Worte „prik sun met“ (null Chili). Weil: „nicht so scharf, mai ped, not spicy“ beim Empfänger selten so ankommt, wie du es ausgesendet hast.


Chili, พริก

Hardly any dish in Thailand goes without paying attention to chili. Dried, fried, flaked, as powder, or freshly chopped in vinegar and fish sauce, chili is always on the table! Chili plants bloom tirelessly, always in season, and are quite undemanding. So, it’s reassuring to have one to four chili plants nearby.
The most well-known Thai chili varieties are the small Prik Kee Noo (พริกขี้หนู) and the slightly larger and milder Prik Chi Fa (Capsicum annum / พริกชี้ฟ้า).
There’s not much else to say about this wonderful plant. If you can’t handle the heat, train a bit or learn the words “prik sun met” (zero Chili). Because “mai ped or not spicy” rarely lands with the recipient as you intended.


Kaprao, ใบกะเพรา

Ocimum tenuiflorum, Holy Basil, indisches Basilikum, Tulsi, ein tolles aromatisches Kraut! Der Geschmack ist frisch, würzig, herb und leicht scharf. Es wächst wie „Unkraut“ und findet Platz in der kleinsten Ecke. So sind immer ein paar Blättchen zur Hand, um einen gesunden Tee oder das beliebte Pad Kaprao, ผัดกะเพรา, zuzubereiten. Ein Tulsi Tee wird häufig in der ayurvedischen Medizin verwendet. Unzählige gesundheitliche Vorteile werden ihm nachgesagt, unter anderem gilt er als Blutdruck- und Blutzucker-Senker. Das Gericht Pad Kaprao bekommst du fast überall, wo du einen Wok in der Küche sehen kannst. Das Aroma der im besten Fall schön knusprig gebratenen Blätter kommt mit einem Mix aus Chili und gehacktem Schweine-, Hühner- oder Entenfleisch wunderbar zur Geltung. Ich mag es gern mit einem gebackenen Ei (sai kai dao) auf dem Reis.  


Kaprao, ใบกะเพรา

Ocimum tenuiflorum, Holy Basil, Indian Basil, Tulsi, a fantastic aromatic herb! The taste is fresh, spicy, herbal and slightly hot. It grows like “weeds” and finds a place in the smallest corner. So, there are always a few leaves on hand to make a healthy tea or the popular Pad Kaprao, ผัดกะเพรา. Tulsi tea is often used in Ayurvedic medicine, with numerous health benefits attributed to it, including lowering the blood sugar and blood pressure. The dish Pad Kaprao can be found almost everywhere you can see a wok in the kitchen. The aroma of the crisply fried leaves, ideally, comes to life with a mix of chili and chopped pork, chicken, or duck meat. I like it with a fried egg (sai kai dao) on top of the rice.


Papaya, Malagoo, มะละกอ

Die vielen schwarzen Samenkügelchen im leuchtend orangenen Fruchtfleisch sehen aus wie Riesenkaviar. Beim Saubermachen springen sie gern durch die Gegend. Weshalb man sich gar nicht dagegen wehren kann, dass sich im Umfeld unerwartet mal ein Papaya Bäumchen gen Himmel streckt. Die unreifen Früchte sind für den beliebten Som Tam (Papaya-Salat) unverzichtbar. Zum Nachtisch serviert man die reifen, saftigen Fruchtstücke. Die Verwendung von Samen und Blätter hat sich hier noch nicht etabliert. Schade eigentlich, weil der gesundheitliche Nutzen recht groß sein soll und im Westen zum Teil ganz schön viel für die getrockneten Pflanzenteile gezahlt wird. Die Kerne kannst du roh mitessen (Enzyme, Ballaststoffe, pfeffriger Geschmack) oder du trocknest sie. Sie lassen sich dann mörsern oder in einer Pfeffermühle mahlen. Als Bestandteil einer Trockenmarinade, ein prima Zartmacher von rotem Fleisch. Die getrockneten Blätter werden als Tee gehandelt, der in der Kräuterheilkunde aufgrund seiner Pepsine für eine Reihe von internistischen Problemen empfohlen wird.

Papaya tree

Papaya, Malagoo, มะละกอ

The many black seeds in the brightly orange flesh look like giant caviar. When cleaning, they like to jump around, making it inevitable for a papaya tree to unexpectedly stretch towards the sky in the vicinity. Raw fruits are indispensable for the popular Som Tam (Papaya Salad). For dessert, serve the ripe, juicy fruit pieces. The use of seeds and leaves hasn’t quite established itself here yet, which is a shame because their health benefits are said to be significant. In the West, high prices are paid for the dried plant parts. You can eat the seeds raw with the fruit (enzymes, fibers, peppery taste) or dry them. You can mortar or grind them in a pepper mill. Mix it in a marinade you prepare for your meat, it´s a perfect tenderizer for grilled meat. The dried leaves are traded as tea, recommended in herbal medicine for a range of internal problems due to its pepsins.


Bananen, กล้วย

Ja, was soll man dazu sagen, mindestens ein Bananenbaum lässt sich immer irgendwo einpflanzen. Mit etwas Glück gibt es sogar reichliche Ernte. Bis zu zwanzig Sorten kennt man in Thailand, eine aromatischer als die andere. Mit diesem Energieriegel bist du immer save. Die Thais lieben sie auch getrocknet, als Bananenchips, als gegrillte Knabberei oder als Füllung für allerlei Süßkrams. Es gibt hier sogar hin und wieder noch die Ur-Banane (Kluai Namwa, กล้วยน้ำว้า)! Die sind recht kurz, dick, aromatisch und sie hat tatsächlich noch richtig dicke Samenkerne! Verrückt, oder?
Dennoch Bananen, man hat sie hier entweder grad nicht oder grad zu viele. Grad nicht, dann geh zum Nachbarn. Zu viele? Dann mach so ein Bananenbrotkuchending daraus oder friere sie stückweise ein. Dann schmeiß sie tiefgefroren nach Bedarf in den Mixer für deinen nächsten Smoothie.  

Banana Blossom

Bananas, กล้วย

Yes, bananas, what can one say, at least one banana tree can always be planted somewhere. With a bit of luck, there might even be a bountiful harvest. Up to twenty varieties are known in Thailand, each more aromatic than the other. With this energy bar, you are always safe. Thais love them as well dried as banana chips, as grilled snacks, or as a filling for all sorts of sweets. There is even the original banana (Kluai Namwa, กล้วยน้ำว้า) here to get! They are quite short, thick, aromatic, and indeed, it is the original banana! It has thick seeds! Crazy, right? Nevertheless, bananas, you either don’t have them or you have too many. If no bananas, go to the neighbor. Too many bananas? Then turn them into a banana-bread-cake-thing or freeze them in pieces. As needed throw them frozen into the blender for your next smoothie.


Mit diesen fünf Pflanzen ist man versorgungstechnisch schon mal verdammt gut aufgestellt. Kein Wunder, Thailand ist ja praktisch ein großes tropisches Gewächshaus und wir dankbar und staunend mitten drin!

P.S.: In den nächsten Tagen muss ich noch mindestens zwei Pflanzen nachliefern! Fünf haben leider nicht ganz ausgereicht. Aroma und Schönheit, das werfe ich dazu schon einmal als Vorgeschmack in die geschätzte Runde. Bis dann!

With these five plants you are already in a pretty good position in terms of supply. Actually, living in Thailand is like living in a big tropical greenhouse. How blessed to be here in the middle of this botanical paradise!

P.S.: I have to deliver at least two more plants in the next few days! Unfortunately, five were not enough. As a little foretaste, it´ll be about aroma and beauty! See you!

Banana plant

an der Mauer

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Oktober Thai Five

Es geht um Stärke! Muskelkraft? Nein. Steife Hemdkragen? Nein. Besondere Talente? Nein. Stärkemehle? Ja! Stärke-Skills in Thailands Küchen, Stärke-Tricks für deine Küche.
This is about starch. What amazing things they do with starch in Thailand’s kitchens! Perfect textures wanted! On top two starch tips for your kitchen.

Der Umgang mit Stärke ist eine der vielen Stärken der thailändischen Küche. Ich stelle dir ein paar fantastische Food-Produkte vor, die es hier an jeder Ecke, auf jedem Markt gibt. Eine pikante Speise ist auch dabei. Die traditionell hergestellten Desserts und Süßigkeiten sind selten so süß, wie sie aussehen. Das macht einige letztendlich, neben ihrer bezaubernden Optik, sogar kulinarisch für mich interessant. On top gibt es noch zwei außerordentlich smarte Stärke Tipps für die Küche.

Thai Five Starch

Perfect starch handling is one of the many Thai kitchen skills. I’ll introduce you to some fantastic food products that are available as streetfood and on markets. The traditionally, handmade desserts and sweets are rarely as sweet as they look. That´s why they are not only catching my eye. One non-sweet dish is quite a famous streetfood made with starch. And, on top, you´ll get two extraordinarily smart starch tips for your cooking.

Woman selling khanom at the market

1. Speisestärke ist …

… in den Küchen der Welt ein wichtiges Bindemittel. Bei uns im Westen hantiert man am liebsten mit Maisstärke, Weizenstärke, hin und wieder auch gern mit Kartoffel- oder Reisstärke. Sie alle unterscheiden sich kaum voneinander. Stärke bindet Flüssigkeiten und macht Gebäck zarter und feinporiger. All diese Stärkemehle kennt man in Thailand, doch in der traditionellen Küche liegt die einheimische Tapiokastärke vorn. Sie wird aus Maniok (Cassava Wurzeln, มันสำปะหลัง) gewonnen. Der Maniok Anbau und die Tapioka Industrie spielen eine wichtige wirtschaftliche Rolle in Thailand. Die anspruchslose Knolle gedeiht wunderbar und lässt sich in der Erde gut bis zu zwei Jahre lang aufbewahren. Nach Reis und Zuckerrohr steht Maniok an dritter Stelle der thailändischen Agrarprodukte. Der Maniok Anbau hat sich vom Süden Thailands bis in den Isaan ausgebreitet.
Übrigens, das Maniokmehl kann prima als Ersatzmehl für eine glutenfreie Ernährung verwendet werden. Die reine Stärke, Tapioka, wird aus dem Maniokmehl extrahiert und kommt entweder als Pulver oder in Form kleiner Kügelchen in den Handel.

Starch is …

… an important binding agent in cuisines around the world. The West ones prefer the use of corn starch, wheat starch, occasionally also potato or rice starch. There are no notable differences between them. Starch binds liquids and makes pastries more tender with fine pores. All of these starch flours are known in Thailand, but the Thais prefer to work with the traditional local tapioca starch. It is obtained from cassava roots (มันสำปะหลัง). Cassava cultivation and the tapioca industry are important economic players in Thailand. It´s easy to grow and can be stored in the ground for up to two years. After rice and sugarcane, cassava is the third largest agricultural product in Thailand. The cultivation of these tubers spread from the south of Thailand to Isaan.
Cassava flour can be used as a substitute flour for a gluten-free diet. The pure starch, tapioca, is extracted from the cassava flour and is sold either as a powder or in the form of small beads.

Rad Na with pork and thick rice noodles

2. Rad Na ราดหน้า

Dieses Gericht haben viele nicht auf dem Schirm. Wir bekamen es zum Glück direkt im ersten Jahr hier in Thailand einfach mal vorgesetzt. Ohne Vorwarnung galt es, mit einer merkwürdigen, schleimigen Konsistenz zurechtzukommen. Doch der Gusto-Funken sprang recht schnell über. Schlotzige, dicke Reisnudeln, etwas Gemüse und zarte Schweinefleischscheiben sind mit einer zähflüssigen Brühe ummantelt. Das sorgt im Mund für einen etwas verlängerten Aufenthalt, so dass auch die letzten Geschmacksnerven Kontakt aufnehmen können. Wenn die Grundzutaten stimmen, ist Rad Na ein köstliches Soulfood! Ein paar Chiliflocken obendrauf brechen gekonnt den harmonischen Gesamteindruck. In Nakhon Si Thammarat durfte ich letztens ein Seafood Rad Na probieren, für mich bisher die leckerste Rad Na Version ever. Dieses typische Thai Gericht hat seine kulinarischen Wurzeln unverkennbar in China.  

Rad na with seafood

Rad Na aroy mak mak  ราดหน้าอร่อยมากมาก

Thinking of Thai food, you wouldn´t think of this dish first. Fortunately we came in contact with it quite early. In expectation of a normal soup dish, we had to deal with a strange, slimy consistence. But irritation quickly turned into enthusiasm. We found flaky, chewy, wide rice noodles, some vegetables and tender prork slices, all coated and covered with a viscous broth. This ensures a slightly longer stay in the mouth so that even the last taste buds can make contact. When the basic ingredients are fine, this simple Thai dish is delicious soul food! At the table a few chiliflakes will break the harmonic taste at it´s best. In Nakhon Si Thammarat I was recently blessed to try a seafood Rad Na, for me this was the tastiest Rad Na version up to now. Like many other Thai dishes, Rad Na is an origin Chinese dish.

3. Fantasie, Farben, Fingerfertigkeit

Viele Thai Süßigkeiten und Desserts sind kleine Kunstwerke. Die nötige Konsistenz bekommen sie durch Stärke, in der Regel Tapioka.
Die Tapiokaperlen kommen hauptsächlich in den phantasievollen süßen Bubble Teas zum Einsatz. Die Mixtur aus Tee, Perlen, Milch, Sirup und Eiswürfeln hat sich in den 80ern von Taiwan aus weltweit ausgebreitet. Scheint als wären sie in Thailand hängengeblieben. Die Bubble Tea Shops gehören hier seit Jahren zum Straßenbild. Immer neue fantasievolle Kreationen sorgen dafür, dass die Beliebtheit nicht nachlässt.

Many Thai sweets and desserts are small works of art. For their required consistency usually tapioca starch is used.
Tapioca pearls are mainly used in the fancy sweet bubble teas. This mixture of tea, bubbles, milk, syrup and ice cubes was spread from Taiwan all over the world in the 80s. Feels like they have stuck here in Thailand. The bubble tea shops are still part of the street scene. Constantly new creative mixtures ensure that the popularity does not wane.

Aus der Welt der Thai Süßigkeiten habe ich vier kleine Sensationen für dich ausgesucht. Durch natürliche Zutaten wie Kokos, Reis, Bohnen oder Pandan sind sie allesamt wunderbar vielschichtig aromatisch und nicht von diesem flachen Nur-Süß, wie so viele Industrie-Süßigkeiten. Den nötigen Halt bekommen die Minikunstwerke meistens mit Reisstärke oder Tapioka verpasst. Wenn du etwas nerdig drauf bist in der Küche: Mit den Infos hier kannst du passende Rezepte im Internet finden. Einfacher ist es natürlich, du kommst und probierst vor Ort mal alles durch.

From the Thai world of sweets I selected four little sensations for you. Thanks to natural ingredients such as coconut, rice, beans or pandan, they are all fantastic complex and aromatic, not just sweet like most of the industrial sweets. The mini works of art usually get their stability from rice starch or tapioca.
If you’re a bit nerdy in the kitchen: You can use the information here to find suitable recipes on the internet. Of course it’s easier to come along and try them all here in Thailand.

Der akkurat geschichtete, grüne Glibber hat mich sofort fasziniert. Die Geschichte dieses Khanom Chan ขนมชั้น reicht zurück bis in die Sukhothai Periode, 13. bis 15. Jahrhundert. Die grüne Farbe kommt von den Pandanblättern. Ein tolles Aroma, welches für mich zu den typischen Gerüchen Thailands gehört.

Takoh im Bananenblatt

Sehr traditionell sind auch die nächsten beiden Schätze Takoh ตะโก้ und Khanom sot sai ขนมสอดไส้ (Khanom sai sai ขนมใส่ไส้). Beides kommt kunstvoll in Bananenblättern verpackt daher. Takoh besteht aus einer dünnen Kokos-Gelee Schicht mit einer superzarten Kokoscreme obendrauf.
Wenn du das hübsch verpackte Khanom sai sai entfaltest, erwarten dich: Eine gedämpfte, gelierte, ganz leicht gesalzene, geschmeidige Reisstärkemasse. In der Mitte eine süße Füllung aus Palmzucker und Kokosraspeln.

Khanom sai sai

The next two treasures Takoh ตะโก้ and Khanom sot sai ขนมสอดไส้ (or Khanom sai sai ขนมใส่ไส้) have as well an old tradition. Both come artfully wrapped in banana leaves. Takoh consists a thin layer of coconut jelly with a super-soft coconut cream on top.
When you unfold the beautifully packaged Khanom sai sai you will get: a steamed, gelled, very lightly salted, smooth rice starch mass. Inside a sweet filling, made from palm sugar and desiccated coconut, is hidden.

An dieser Stelle muss ich noch die Mochi (Moji) erwähnen. Zwar sind diese lustigen, bunten Flummis ursprünglich aus Japan, aber die Thais lieben sie und haben sie längst integriert. Die wirklich einmalige, spaßige Konsistenz erhalten die Mochi durch Klebreisstärke. Süß sind lediglich die Füllungen, die von Ei, über Bohnen, Beeren, Durian, grüner Tee bis hin zu ebenso vielen Eiscreme Variationen reichen.

At this point I have to mention mochi. These funny, colorful bouncy balls are originally from Japan. But as with the Taiwanese bubbles, the Thais love them and so they adopted them. Mochi get their really unique consistency from sticky rice starch. The only sweet things are the fillings, they ranges from egg, beans, berries, durian, green tea up to all sorts of ice cream.

4. Stärke Tipp , der erste – tip no. one

„Jetzt habe ich die Tofu-Stücke schon über Nacht mariniert und trotzdem, irgendwie noch fad ..!“ Ok, dann mal aufgepasst! Getestet und für gut befunden: Tofu pressen, entwässern. In Stücke reißen statt schneiden. Nicht würzen! In einer Schüssel mit Stärke von allen Seiten bepudern. In Öl braten bis sie überall goldbraun sind. Erst jetzt die fertigen Tofu-Stückchen in eine Marinade geben oder nach Belieben würzen. So geht Tofu in lecker!

“Now I’ve already marinated the tofu pieces overnight and they’re still somehow bland and boring!” Watch out! Tested and favoured. Do this: press the tofu block and drain it. Then tear it into pieces instead of cutting. Don’t season! Dust them all around with starch. Fry in oil until golden brown all over. Now mix the tofu pieces in a marinade or season them as desired. Enjoy your tasty tofu!

bunte Khanom Mischung

5. Stärke Tipp Nummer zwei – tip no. two

Zartes, saftiges Schweinefleisch bekommst du mühelos mit Tapioka und Eiweiß hin. Dieser Trick kommt ursprünglich aus der chinesischen Küche. Gib etwas Stärke und ein Eiweiß in die Würzmarinade und lass das Fleisch mindestens eine halbe Stunde darin ziehen. In Thailand wird das Fleisch häufig nur mit Stärke benetzt. Nicht schlecht, aber das bessere Mundgefühl entsteht eindeutig mit der Kombination Stärke und Eiweiß.

You can easily achieve tender, juicy pork with tapioca and egg white. This trick originally comes from the Chinese cuisine. Add some starch and an egg white to the marinade and let the meat marinate for at least half an hour. In Thailand the meat is often only coated with starch. Not bad, but the better mouthfeel definitely comes with a combination of starch and protein.

September High Five Supplement

In der FB Gruppe Chiang Mai Gardening Forum wusste ein Mann Bescheid. Der von mir gesuchte Baum aus den September Thai Five ist ein Sindora wallichii. Er gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler, verständlich, auch wenn die Hülsen rund, fast handtellergroß und extrem stachelig sind. Das Holz ist widerstandsfähig, hart und wird in Südostasien gern für Möbel verwendet. Er scheint hauptsächlich in Indonesien heimisch zu sein. Umgangssprachliche Namen konnte ich nur auf Malaiisch und Thai (มะค่าแต้  makatae) finden. Viele Informationen gibt das Internet über diesen Baum nicht her. Auch die KI spuckte mir nur eine kurze, halbseidene, aber immerhin selbstbewusst formulierte, Mischung aus Fakten und Fiktionen aus.

Sindora wallichii

Finally I know what tree it is I was looking for in my September High Five. Someone in the FB group Chaing Mai Gardening Forum wrote me: Sindora wallichii. It belongs to the legume family, which is obvious, even if the pods are round, flat, quite big and awfully spiny. The wood is resilient, hard and used for furniture in Southeast Asia. It appears to be primarily native to Indonesia. About informal names I could only find some in Malay and one in Thai (มะค่าแต้ makatae). The internet doesn’t provide much information about this tree. And the smart AI spit out a short mixture of facts and fiction, at least in a very self-confidently manner.

Für etwas mehr Infos, further information:
Thai: https://thai-herbs.thdata.co/page/มะค่าแต้/
English: https://tropical.theferns.info/viewtropical.php?id=Sindora+wallichii

September Thai Five

Heute im Angebot: Ein spezieller Baum, ein Schweine-Büffel, entzückende Longans, reife Annona und ein Kuss.
Today offering my first Thai Five. It´s about: one tree species, a strange buffalo, rip chirimoya, fancy longans and a kiss. High five!

unbekannter Baum

1. Pflanzen App überfordert

Auf meine neue Pflanzen-App lasse ich so schnell nix kommen! Alles hat sie bisher richtig gemacht, in Deutschland wie in Thailand. Habe schon einige Apps zuvor getestet und war meistens schnell enttäuscht. Jetzt bin ich hier im Norden Thailands auf einen Baum gestoßen, den bekommt sie einfach nicht hin. Je nach Foto und Ausschnitt, kommen fünf verschiedene Vorschläge und alle beziehen sich auf andere Bäume. Vielleicht kann jemand da weiterhelfen?

unbekannter Baum

Help me, my plant app is overwhelmed!

Oh, I was so excited about my new plant app! It worked perfect so far, in Germany and in Thailand. I’ve already tested a few apps before and was always quite disappointed, but this one … Now I came across with a strange tree here in the north of Thailand, I never saw before. My new app respond with around five different suggestions, but they all refer to other trees I know. Maybe someone can help?

Little longan tart on a nice ceramic plate of the café Bee &  Rose

2. Lecker Longantörtchen

Nee, ich und Kuchen, vergiss es! Pikant und scharf, so soll es sein! Aber ein wenig probiere ich hin wieder ganz gern vom Süßen, meistens aus Neugier. So wie dieses super leckere Longan Törtchen im Café Bee & Rose. Dezente Süße. Eine wunderbare sanfte Glasur verbindet die fruchtigen Longans aufs Feinste mit dem knusprigen Boden. Longan, bekannt? Ich habe sie hier in Thailand kennengelernt, sie erinnern ein wenig an Litschi.

Yummy longan tarte

Me and cake, forget it! Spicy and salty, that is what catches me. Anyway, from time to time I like to taste the sweet things as well. IF they are not too sweet! For example this super delicious little longan tart we had at Café Bee & Rose. Subtle sweetness. An amazing soft glaze combined the fruity longans with the crispy bottom at it´s best! – Longans, you know? I met them here in North Thailand first, you can compare them a bit with lychee. More from that special fruit another time.

3. Weißer Büffel

Schau her, ein weißer Büffel! Hab ich noch nie gesehen, geschweige denn gestreichelt. Ula, die Inhaberin eines Dorfladens, ist nun Mama eines jungen, weißen Büffels. Jung! Bin mal gespannt, wie die beiden sich so miteinander entwickeln, wenn der Büffel Fahrt auf nimmt. Übrigens: einen jungen, weißen (fleischfarbenen) Büffel zu streicheln, das fühlt sich an, als würdest du ein großes Hausschwein streicheln.
Für zum Klugschnacken: Ein weißer Büffel ist in Thailand ein Symbol für Weisheit. So ein Sumpfbüffel(!) ist mit vier bis fünf Jahren erwachsen und wiegt dann rund 400 kg.

junger weißer Büffel - young white buffalo

White buffalo

Well, look, a white buffalo! I’ve never seen one, certainly not petted a buffalo at all, no matter which color. Village shop owner Ura is now a proud mother of a young white buffalo. Young! I’m really curious how both of them get along with each other when the buffalo picks up speed in growing. By the way: petting a white buffalo is like petting a large domestic pig.
May useless to know: A white buffalo is a symbol of wisdom in Thailand. Adults, four to five years old, weight around 400 kg.

Zimtapfel, Chirimoya, Custard apple
Chirimoya – Zimtapfel – custard apple – Noi Na

4. Zimtäpfel sind reif!Thai: Noi Na น้อยหน่า

Bekannt? Ein anderer Name wäre Chirimoya (Cherimoya). Hab ich auch erst hier kennengelernt, wie so viele Früchte und Gemüsesorten. Eine seltsame, sympathische Frucht mit vielen glatten, großen Kernen. Es macht Spaß, sie mit der Zunge im Mund auszusortieren. Das weiße Fruchtfleisch ist cremig, breiig, süß und lecker, mitunter ist eine leichte Vanillenote dabei. Erwähnenswert ist ihr Gehalt an Vitamin C, B1, B6 und ihr hoher Ballaststoffgehalt. Sicherer Gesundheitstipp: Auf keinen Fall die Schale und die Kerne zerkauen und essen!   

It´s custard apple time!

Do you know this fruit? It also sometimes goes by the name Chirimoya (Cherimoya). Like a lot of fruits,  I met this one the first time here in Thailand. An odd, enjoyable fruit with many smooth, large seeds. It’s fun sorting them out with the tongue in the mouth. The white pulp is creamy, sweet and tasty, sometimes with a hint of vanilla. Vitamine C, B1, B6 and a lot of high fibers are the remarkable substances. Safe health facts: Don´t chew and eat the peel and seeds!

Ein Hund-Kalb-Kuss

5. Fast ein Kuss …

Unser Senior Streuner trifft beim gemeinsamen Rundgang auf ein Kälbchen. Es wird beidseitig geschnuppert, geküsst, aber der zündende Funke hat dann wohl gefehlt.

A kiss without consequences                                         

Our senior stray dog meets a calf on our daily walk. Sniffing, kissing, the spark was missing.

Hund wendet sich vom Kalb ab


author genugda Konstanze

bye bye auf wiedersehen see you next month

thai five

Ähnlich wie in der Corona-Zeit, in der Menschen aus dem Freizeit- und Unterhaltungsgewerbe plötzlich zu viel freie Zeit hatten, so mag es jetzt dem einen oder der anderen Texterin gehen. Dahinter steckt wohl ein weiterer Versuch der Menschheit sich selbst abzuschaffen. (…) english version see below

(for english version see below)

War ja lange ruhig hier, was? Am Sonntag, den 10. September geht es wieder los! Und zwar mit einer neuen Rubrik „thai five“, die sich organisatorisch bedingt, nahtlos an die bisherigen genugda Beiträge anschließen wird.

Ähnlich wie in der Corona-Zeit, in der Menschen aus dem Freizeit- und Unterhaltungsgewerbe plötzlich zu viel freie Zeit hatten, so mag es jetzt dem einen oder der anderen Texterin gehen. Steckt dahinter etwa ein weiterer Versuch der Menschheit sich selbst abzuschaffen?

Ok, das kann man so düster sehen, ist ja aber so gar nicht meine Art. Während also draußen eine aufkeimende KI mehr oder weniger planlos in eine damit noch völlig überforderte Gesellschaft hinein wuchert; während ich, getrieben durch diese Umstände, geduldig und kreativ an meinem Jahrhundert-Roman arbeite, vertreibe ich mir die restliche Zeit damit, ein paar meiner Alltags-Impressionen mit euch zu teilen. Das wird oft, aber nicht zwingend, etwas mit Thailand zu tun haben (die einzige Konstante ist die Konstanze, 555*).

Mögen uns meine Posts hin und wieder zum Zeitvertreib, zur Erheiterung oder Inspiration dienen!

It was all so quiet here on genugda for a long time, I know. That will change
at September 10th, yeah! My new category is named „thai five“*. On my blog
„genugda“ it will continue on and push my farmer posts a bit below.

You remember Covid19? People, who worked in the catering and entertainment
business suddenly found themselves with a lot of free time. Maybe similar to
some writers now. Yeah, chatGPT lies for free! Another attempt of humanity to
abolish itself. Ok, luckily I stay optimistic and active, while outside a wild
KI is immersing in an overwhelmed society.

As long as I am busy with expressing my creativity, working on a century
novel (money is overrated anyway), in my rare free time, I would love to
express and share some impressions of my daily life in Thailand. Hope you´ll
enjoy it along with me!

* Why thai five? In Thai language the number 5 (๕) is pronounced „ha“ so it is
often used instead of „hahaha“ and „lol“. How funny is that! 555

Suppe und Wurst

Klar, die Thai Küche ist weltweit beliebt. Doch regional gibt es da sehr unterschiedliche Gaumenfreuden zu entdecken. Rund um Chiang Mai stehen in der Regel die Khao soi und die Sai oa an erster Stelle. Besucher aus dem Süd- und Zentral-Thailand versuchen jedenfalls in Chiang Mai so oft wie möglich die köstlich scharfe Suppe Khao soi zu essen. Auf dem Rückweg haben sie fast alle mindestens einen Ring der würzigen Kräuterwurst Sai oa im Gepäck. Beide Gerichte sind aber auch so was von „voll auf die Fresse“! (-sorry-)

Hin und wieder schreibe ich, hier in der Provinz Chiang Mai, für ein deutschsprachiges Magazin, das in Pattaya für ganz Thailand publiziert wird. Der Herausgeber Martin Rüegsegger hat nun einige meiner Bezahlartikel freigeschaltet, damit ich sie auf genugda mit Euch teilen kann.

Im ersten Artikel geht es um die Khao soi. Eine Suppe, die alles fast im Übermaß bietet, was man so kulinarisch wahrnehmen kann. Achtung, manch sensiblen Gaumen kann das durchaus überfordern. Nicht nur wegen der Schärfe!

Khao soi


Und hier geht´s um die Chiang Mai Wurst, die Sai oa, die scharfe, köstliche:

Chiang Mai Wurst, Sai oa


Homöopathie, rette sich wer kann!

Globoli rollen durch das Land! Sie drohen die Menschheit zu vernichten! Erfahrt jetzt und hier, wie Ihr Euch schützen könnt!

Warum sind so viele Menschen so furchtbar aufgebracht und „scheinangepisst“, wenn es um Homöopathie geht? Ich möchte das verstehen. Denn es sind ja nicht nur ein paar verirrte Trolls auf Twitter oder FB, selbst in den Mainstream-Medien wird mit einer penetranten Regelmäßigkeit gegen die Homöopathie gehetzt. Ist Homöopathie ein globales Aufregerthema? Echt jetzt?

Keine Diskussion

Wenn Krebspatienten dazu überredet werden, Globuli einzunehmen, die Sonne anzubeten oder positiv zu denken, anstatt professionelle, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, dann ist das kriminell! Dafür braucht es wohl kaum eine große öffentliche Diskussion. Es hetzt ja schließlich auch keiner gegen ÄrzteInnen, nur weil es unter ihnen welche gibt, die sich kriminell verhalten.

Anregungen zum Aufregen

Im Bereich der Medizin gäbe es ja durchaus einige Aufregerthemen, mit einer weitaus größeren gesellschaftlichen Verwüstungsspur: zu starke, zu häufig oder schlicht falsch verschriebene Medikamente, multiresistente Keime in Krankenhäusern durch Schlamperei, vernachlässigte Patienten durch Pflegenotstand, lange Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten, unnötige Operationen, Wirtschaftlichkeit vor Patientenwohl, und so weiter.

Psst, ich denke grad mal

In meiner Naivität denke ich mir doch tatsächlich, dass jeder, der seine Erkältung mit „Zuckerkügelchen“ versucht zu heilen, der Umwelt weit weniger Schaden zufügt als diejenigen, die sich bei jedem Pups die Breitbandantibiotika einpfeifen.
In der Regel wird niemand gezwungen, Globuli zu nehmen! (beinahe hätte ich hier geschrieben:“So – what – is – Euer – fucking – Problem?)  -> ok, aber höflich wie ich bin, nur in Klammern, musste wohl irgendwie raus.


Nun meine Fragen

Bitte, Ihr Homöopathie-Gegner-Publisher (für sich selbst, kann natürlich jeder grundlos dagegen sein) beantwortet mir mal diese Fragen:

– Wodurch genau fühlt Ihr Euch gestört, wenn ein Haus weiter jemand 6 Kügelchen Arnika C30* schluckt?      * oder Chamomilla D4

– Welchen Schaden tragt Ihr persönlich davon, wenn jemand sich in einer homöopathischen Praxis gut aufgehoben fühlt?

– Habt Ihr auch in anderen Gebieten Schwierigkeiten individuelle, kriminelle Energie von allgemeinen Sachthemen zu unterscheiden?

– Warum könnt Ihr Eure ganze wertvolle Empörungsenergie gegen die Homöopathie nicht für wirklich skandalöse Zustände im Gesundheitssystem, die alle angehen, verwenden?

Ernst gemeinte Antworten interessieren mich! Ich selbst habe übrigens vor ungefähr fünfzehn Jahren das letzte Mal Kügelchen geschluckt. Das hat aber nichts mit meiner Überzeugung oder keiner Überzeugung zu tun, sondern ist eher eine Mischung aus Faulheit und Nachlässigkeit. Es ist sowieso eher ein intellektuelles, psychologisches  Interesse als eine besondere Passion für die Homöopathie, welches mich antreibt, diesen Beitrag zu veröffentlichen.

Noch etwas

Die klügsten und verantwortungsvollsten Ärztinnen und Ärzte, denen ich bisher zugehört habe, haben nie gegen Naturheilverfahren oder Homöopathie Stimmung gemacht. Im Gegenteil, sie haben es immer begrüßt, wenn ihre PatientenInnen auf allen Ebenen versuchten, mit ihren Krankheiten klar zu kommen.
Auf der anderen Seite habe ich auch nie verantwortungsvolle HomöopathenInnen getroffen, die es ihren Patienten verbieten, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
In einigen englischen Krankenhäusern soll es Reiki (energetisches Heilen mit Händen- O-o) Räume geben, weil man festgestellt hat, dass einige PatientenInnen darauf gut ansprechen.

Also, hört doch einfach auf, sinnlos Stimmung zu machen! Wir Menschen sprechen nunmal unterschiedlich auf Reize von Außen an. Ein Miteinander kann soviel mehr bewegen, als die tumbe Einteilung in links – rechts, schwarz – weiß, etc. (das ist durchaus auch politisch gemeint)!


Habe ja im Titel versprochen, zu verraten, wie Ihr Euch am besten vor der Homöopathie schützen könnt, zum Glück gibt es da eine einfache Lösung: Auf keinen Fall Globuli schlucken!

Gac, nicht von dieser Welt

Gacs oder Gacfrüchte, das sind hübsche, rote Stachelmonster aus den Tropen.

Ohne Frage, eine Gac (auch: Gacfruit, Momordica cochinchinensis, Gacfrucht oder Baby-Jackfrucht) auf dem Markt oder in Gärten ist beeindruckend. Diese Gacs sehen äußerst attraktiv aus! Völlig anders, als alle Früchte, die man im Laufe seines Lebens kennengelernt hat. Auf jeden Fall schreit allein schon ihr knalliges Orangerot:“Nimm mich!“ Hält man eine dieser kugeligen Stachelfrüchte dann in den Händen, sind sämtliche Reflexzonen aktiviert. (Das ist bestimmt eine Therapie, die im Netz noch nicht vorgestellt wurde, die Gac-Handreflexzonenmassage.)

Diese Gacfrucht ist noch nicht reif

Botanisch gesehen

Die Gacs gehören zu den Kürbisgewächsen. Am liebsten ranken sie meterlang hoch und quer. Sie wachsen in ganz Südostasien. Ursprünglich kommen sie aus Vietnam, können aber genausogut auch aus Südchina oder Indien stammen. Egal.

Die blassgelbe Gac Blüte ist leider nicht weiblich, wachst übrigens bei mir im Garten.

Gacfrüchte mögen es ganzjährig warm, bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. Es sind eben tropische Kürbisgewächse. Wer, außerhalb tropischer Gebiete, über ein Gewächshaus verfügt und gerne Neues ausprobiert, sollte ein paar Gacs kultivieren. Wenn sie erst einmal anfangen zu ranken, sind sie kaum zu bremsen. Wer die großen, dunklen Samen der Gacfrucht ins Erdreich gedrückt hat, braucht zunächst Geduld. Die Keimdauer beträgt ungefähr einen Monat. Mitunter dauert es auch mal gut ein Jahr, bis sich was tut.

Die dunklen Samen sind daumennagelgroß. Zum Einpflanzen sollten sie so sauber sein und getrocknet werden.

Doch dann ranken sie los. Die Blüten sind blassgelb, mit schwarzem Grund und relativ unspektakulär. Nur die weiblichen Blüten bringen einen Fruchtknoten aus und damit irgendwann auch die ersehnten Früchte. Eine Erntezeit werde ich hier nicht angeben. Im Internet heißt es unisono die Gacs haben ein „schmales Erntezeitfenster von Dezember bis Januar“. Hier in Thailand ist es Mitte Juli und die Gacs reifen seit einigen Wochen munter vor sich hin. Ich denke mal, sie sie sind reif, wenn sie tief orange-rot sind und das variiert halt je nach geografischem und lokalem Standort und Sorte.

Dreimal Gacfrucht frisch geerntet. Diese habe ich von der Freundin einer Bekannten aus dem Nachbardorf.

Gac im Einsatz

In Thailand heißen die Gacs Fahk Khao (ฟักข้าว). Hier verwendet man hauptsächlich die unreifen Früchte und jungen Sprossen in Curries. In letzter Zeit bekommt man sie auch immer öfter als Smoothie, zusammen mit Passionsfrucht oder Ananas serviert. Das schmeckt dann richtig gut.

In Vietnam wird das rote Fruchtfleisch traditionell mit Klebreis, zu bestimmten Anlässen, wie Hochzeiten und zum Neujahrsfest, zubereitet. Das Gericht nennt sich Xôi gấc. In der traditionellen Medizin sind Früchte, Blätter und Samen in ganz Südostasien im Einsatz: als allgemeine Kraftquelle, als Jungbrunnen, gegen Anämien, Herz-Kreislauferkrankungen, Augenerkrankungen und vieles mehr.

Ihrem Aussehen nach müsste die Gac ein ordentliches Geschmacksfeuerwerk abliefern. Aber nein, leider ist die Gacfrucht kulinarisch nicht der Bringer. Ihr Geschmack ist leicht bitter bis geschmacksneutral. Im Internet findet man den Geschmack oft mit dem der Avocados beschrieben, ich schmeck das nicht so. Aber vielleicht kommt es ja auf die Sorte an und wie man halt so unterschiedlich schmeckt. Aber ohne Zweifel hat sie jede Menge innere Werte! Achtung, Superfood-Alarm!

Innere Werte

Auch bei den Inhaltsstoffen lese ich im Netz überall die gleichen Mengenangaben. In diesem roten Stacheligel sollen sich demnach siebzig mal mehr Lykopin als in Tomaten und zehn mal mehr Beta-Carotin als in Karotten befinden. Aber ich glaube, da schreibt nur einer vom anderen ab. Schaut man sich einige Studien an, variieren die Werte.

Dennoch, was den Gehalt an Lykopin und Beta-Carotin betrifft, da kann kein Gemüse, keine Frucht der Welt mithalten. Auch Vitamin C und E sind reichlich enthalten. Selbst ohne genaue Zahlen kann man wohl getrost davon ausgehen, dass die Augen, die Haut, das Immunsystem und das Herz vom Verzehr profitieren werden. Ein spezielles Protein wird auch noch hervorgehoben. Das führte in Versuchen mit Mäusen zu einer Reduzierung cancerogener Tumore.

Wer da näher eintauchen möchte, kann sich ja hier mal reinlesen:


Auf in die Küche: die Vorbereitung

Die Früchte habe ich mit einem Messer angeritzt und in zwei Hälften gebrochen. Den Rest könnt Ihr eigentlich auf den Bildern ganz gut sehen.

So schaut sie von innen aus, auch schön!

Links die Matsche aus dem Kerngehäuse und rechts das hellere Fruchtfleisch.


Das ganze Kerngehäuse habe ich, zusammen mit etwas Wasser, in eine Schüssel gegeben und so lange massiert, bis das meiste Fruchtfleisch von den Kernen entfernt war. Diese Prozedur kann man einige Male wiederholen, bis die Kerne ganz nackig und sauber sind. Dabei würde ich aber insgesamt nicht mehr als einen viertel Liter Wasser auf eine Frucht verwenden.

Mit Wasser die Kerne vom Fruchtfleisch befreien.

Das hellorangene Fruchtfleisch kann man mit einem Löffel aus der Schale kratzen und direkt in einen Mixer geben. Die Flüssigkeit mit dem abgewaschenen Fruchtfleisch aus dem Kerngehäuse kommt dann hinzu. Jetzt wird alles gemixt. Es entsteht eine attraktive, samtige Masse, die aussieht wie Tomatenmark oder -püree.

Beide Komponenten dann …

… portionsweise gründlich fein mixen.

Ab in einen Topf damit. Wenn es zu breiig ist, noch etwas Wasser hinzugeben. Das Ganze blubbert nun auf kleiner Flamme wenige Minuten.

Nur kurz kochen lassen, dabei stehen bleiben und umrühren.

Die Masse habe ich dann in blitzsaubere Gläser gefüllt und abkühlen lassen.
Jetzt hat man die wertvolle Gacfrucht einsatzbereit im Kühlschrank stehen. Die Gläser halten sich dort bestimmt ein paar Monate (hier fehlt mir noch die Erfahrung).

Fertig und einsatzbereit.

Was tun mit dem gesunden Zeug?

In Smoothies verarbeiten. Besonders lecker ist eine Kombi mit Ananas oder Passionsfrucht. Auf diesem Gebiet lässt sie viel Spielraum für eigene Kreationen. Aber auch in jedes Curry oder in Tomatensoßen passt dieses Mus perfekt. Es federt Fruchtsäure ab und sorgt dadurch für einen runden Geschmack. Natürlich bringt es auch eine fantastische Einfärbung!

Wer kann, sollte jede Gelegenheit nutzen, die Gacfrucht zu konsumieren. Genießen, kann ich leider nicht so einfach behaupten, ohne gacfruchtrot zu werden. Dennoch darf man auch ihre kulinarische Wirkung im Zusammenhang mit anderen Ingredienzien nicht unterschätzen: Sie erdet geschmacklich, optisch erhöht sie jedes Gericht mit ihrer Farbe und im Inneren, da brodeln die Elemente.